Rieter im vergangenen Jahr arg gebeutelt

Der Verlust habe sich in der zweiten Jahreshälfte gegenüber dem ersten Halbjahr reduziert, teilte das Traditionsunternehmen am Freitag mit. Der Umsatz brach in der Berichtsperiode um 38% auf 1’956,3 Mio CHF ein, der Auftragseingang ging mit -24% auf 1’935,1 Mio CHF ebenfalls stark zurück. In lokalen Währungen betrug das Minus beim Umsatz 35% und beim Bestellungseingang 21%. Damit wurden die Prognosen der Analysten aber klar übertroffen. Der AWP-Konsens lag für den Umsatz bei 1’865 Mio und für den Auftragseingang bei 1’819 Mio CHF.


Bestellungseingang erholt sich
Die Wirtschaft- und Finanzkrise habe die Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 stark geprägt, heisst es weiter. In beiden Divisionen, Textile Systems und Automotive Systems, sei der Nachfrageeinbruch bereits im Jahr 2008 zu spüren gewesen und habe sich bis zum Frühjahr 2009 fortgesetzt. Im zweiten Halbjahr 2009 habe sich dann eine leichte Erholung der Märkte bemerkbar gemacht, so Rieter weiter. So lag der Bestellungseingang um 9% höher als im Vorjahreszeitraum und gar um 30% höher als im ersten Halbjahr. Der Umsatz lag im zweiten Halbjahr um 21% unter dem Vorjahreswert, aber um 17% über dem ersten Halbjahr.


Textile Systems mit Umsatzeinbruch von 53 Prozent
Die Division Textile Systems erzielte im Gesamtjahr 2009 einen Umsatz von 532,0 Mio CHF (-53%, -52% in LW) sowie einen Bestellungseingang von 510,8 Mio CHF (-5%, -3% in LW). Der Abschwung im Weltmarkt für Textilmaschinen habe im ersten Quartal seinen Tiefstpunkt erreicht. Der Rückgang des Konsums von Textilien in den USA und Europa habe zu hohen Garnlagern bei den Spinnereien weltweit geführt. Die etwas bessere Entwicklung in den Binnenmärkten Chinas und Indiens vermochte dies nicht zu kompensieren. Bereits im zweiten Quartal sei aber eine Nachfragebelebung verzeichnet worden, insbesondere im Geschäft mit Verschleiss- und Ersatzteilen.


Sinkenden Autoproduktion belastet Automotive Systems 
Der Umsatz der Division Automotive Systems belief sich auf 1’424,3 Mio CHF (-30%; -26% in LW). Der Rückgang war von der weltweit sinkenden Automobilproduktion geprägt. Die Automobilhersteller in den USA und Europa konnten dank den staatlichen Förderprogrammen im ersten Halbjahr 2009 ihre Überbestände abbauen und begannen erst im Sommer, die Produktion wieder zu erhöhen. Deutlich besser habe sich die Fahrzeugproduktion Asiens (ohne Japan) und Südamerikas entwickelt.


Verlust in zweiter Jahreshälfte verringert
Die Belebung der Nachfrage hat sich auch auf das Ergebnis ausgewirkt. So sei der Verlust im zweiten Semester gegenüber der ersten Jahreshälfte dank Restrukturierungs- und Kostensenkungsmassnahmen sowie leicht höheren Volumina verringert worden, heisst es weiter. Beide Divisionen hätten zu der Verbesserung beigetragen. Die Nettoliquidität war ausserdem per Jahresende positiv, wobei keine Zahlen genannt wurden. Kaum Aussagen machte der Konzern auch zum laufenden Jahr. Die Strukturanpassungsmassnahmen würden auch 2010 «konsequent fortgesetzt und mehrheitlich abgeschlossen», hiess es dazu lediglich. Der detaillierte Jahresbericht wird am 23. März 2010 vorgestellt. (awp/mc/ps/03) 

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