Rieter-Pensionskasse: Keine Verstösse – Maurer entlastet

Der Abschlussbericht der vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young geführten Untersuchung enthalte keine Hinweise auf unkorrektes Verhalten, teilte Rieter am Mittwoch mit. Rieter sehe keinerlei Veranlassung, sich von Portfolio-Manager Jürg Maurer zu trennen. Maurer war im Zuge der Swissfirst-Affäre in die Schlagzeilen geraten. Er wies Vorwürfe, Aktiengeschäfte zum Nachteil der Pensionskasse getätigt zu haben, bereits früher zurück.


Maurer-Aussagen bestätigt
Das wird nun durch den Untersuchungsbericht bestätigt. Die Pensionskasse Rieter und ihr Portfolio-Manager hätten bei Käufen und Verkäufen von Swissfirst-Aktien nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstossen und auch keine internen Richtlinien und Reglemente verletzt.


Keine Schmiergelder an Maurer bezahlt
Insbesondere sind keine Schmiergelder an Maurer bezahlt worden. Maurer habe alle privaten Bankkonti offengelegt. Maurer selber hatte sein Vermögen auf 68 Mio CHF beziffert. Ernst & Young fand laut den Angaben vom Mittwoch keine Hinweise, dass der Portfolio-Manager von Swissfirst oder von Dritten Vergünstigungen erhalten hat. Parallel zu den externen Abklärungen fragte der Rieter-Konzern alle Banken, zu denen Geschäftsbeziehungen bestehen, ob unübliche Zahlungen an Mitarbeitende oder Unternehmen von Rieter geleistet worden seien. Zudem hat der Portfolio-Manager gegenüber Rieter seine private Vermögensentwicklung nachvollziehbar offen gelegt, wie es weiter heisst.


Klage gegen Ringier
Maurer war im Zuge der Swissfirst-Affäre in die Schlagzeilen geraten. Er geht nun gerichtlich gegen den Ringier-Verlag und redaktionell Verantwortliche des «Blick» und «SonntagsBlick» vor. Er erhob Strafklage wegen herabsetzender Äusserungen, Beschimpfung, Verleumdung sowie Zivilklage wegen Persönlichkeitsverletzung. «Das Gutachten gibt mir nicht nur eine Bestätigung für meine professionelle Arbeit sondern dokumentiert auch das skandalöse Vorgehen einiger Journalisten von Ringier-Publikationen und von Verantwortlichen des Verlages», wird Maurer in einer Mitteilung zitiert.


Massnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance
Die Abklärungen bestärken den Stiftungsrat in seiner Haltung, die Vermögensverwaltung weiterhin durch das Portfolio-Management des Rieter-Konzerns vornehmen zu lassen. Dennoch hat das Unternehmen Massnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance ergriffen. Bezüglich Fremdmandaten von Mitgliedern des Stiftungsrates und der Anlagekommission seien Massnahmen in die Wege geleitet worden, um die Entstehung von Interessenkonflikten zu vermeiden, heisst es in einem Schreiben des Stiftungsrates. Zudem seien die Voraussetzungen geschaffen worden, um bei Bedarf Bankbeziehungen des Portfoliomanagers intern offen zu legen.


Deckungsgrad bei deutlich über 150 %
Die Pensionskasse Rieter erziele auch im laufenden Jahr wieder eine sehr gute Rendite, heisst es weiter. Sie konnte in den letzten Monaten zugunsten ihrer Versicherten den Deckungsgrad auf deutlich über 150% erhöhen.


Ermittlungen im Zuge der Swissfirst-Affäre
Vor dem Zusammenschluss der Swissfirst mit der Bank am Bellevue im September hatten mehrere Aktionäre – darunter die Pensionskasse von Rieter – der Swissfirst auf Aufforderung des damaligen Swissfirst-Chef Thomas Matter Aktien verkauft. Nach erfolgter Fusion war der Aktienkurs deutlich angestiegen. Damit seien den Pensionskassen Millionengewinne entgangen, lautet der Vorwurf. (awp/mc/pg)

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