Ringier 2008 mit mehr Umsatz aber weniger Gewinn

Der Konzerngewinn war mit 62,2 Mio CHF allerdings deutlich tiefer als im Vorjahr (102,7 Mio CHF). Ein Vergleich sei aber nur bedingt möglich, da 2007 der Verkauf verschiedener Zeitschriftentitel massgeblich zum Gewinn beigetragen habe, hiess es an der Medienkonferenz vom Freitag in Zürich. Das letztjährige Ergebnis entspreche in etwa dem mehrjährigen Durchschnitt. «Trotz schwieriger Wirtschaftslage dürfen wir sehr zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken», sagte Konzernchef Christian Unger vor den Presse. Dank einer breiten Produktpalette sei dieses Wachstum möglich gewesen, erklärte Unger, der seit rund 100 Tagen an der Spitze des Medienkonzerns steht.


«Erfreuliche Entwicklung» bei digitalen Medien
Zum Wachstum beigetragen hätten vor allem Zukäufe im Bereich der digitalen Medien sowie das Schweizer Verlags- und Druckgeschäft. Damit habe man die Umsätze der 2007 verkauften TV-Programmzeitschriften «mehr als wettgemacht», betonte der Konzernchef. Besonders erfreulich hätten sich die digitalen Medien entwickelt. Sie wuchsen dank dem Zukauf der media swiss group überproportional und machen heute 8,5% des Umsatzes aus. 2007 waren es noch 5,5% gewesen.


Umsatzwachstum in der Schweiz
Zulegen konnte vor allem Ringier Schweiz. Der Umsatz stieg hierzulande im vergangenen Jahr um 6,6%. Um 4% gewachsen ist das Osteuropageschäft. In der Slowakei konnte der Umsatz um 11%, in Tschechien gar um 18,6% gesteigert werden. Rückläufig waren dagegen die Umsätze bei Ringier Rumänien (-27%). Auch in China und Vietnam lief das Geschäft schlechter: Der Umsatz verminderte sich dort auf 70,1 Mio CHF nach 71,3 Mio CHF in der Vorjahresperiode.


Deutlich mehr investiert
Die Investitionen lagen mit 321,9 Mio CHF deutlich höher als in den Vorjahren. In der Schweiz wurde neben der media swiss group in die Druckereien sowie in das Einkaufsportal geschenkidee.ch investiert. Laut Marc Walder, Geschäftsführer von Ringier Schweiz, soll dieses künftig auch in Deutschland und Österreich genutzt werden können. Mit der Neulancierung des «Blick» im Tabloidformat sei man dagegen «mässig zufrieden», hielt Walder fest. Trotz steigender Leserzahlen arbeitet Ringier an einem neuen Konzept. Geprüft werde u.a. ein grösseres Format und journalistisch strebe man einen «modernen Boulevard» an, so Walder weiter.


Kostenkontrolle im Vordergrund
Für das laufende Jahr zeigte sich die Unternehmensspitze wenig zuversichtlich. «Die Zeiten sind hart bis miserabel», so der Verleger. Der Konzern rechnet 2009 mit weiter rückläufigen Werbeeinnahmen. Eine erste Erholung des Anzeigenmarktes sei erst 2010 zu erwarten. Ringier werde darum sowohl 2009 wie auch 2010 sehr kostenbewusst arbeiten. «Wir müssen effizienter werden, damit wir bereit sind, wenn sich die Gelegenheit für Investitionen bietet», erklärte Unger.


Keine Expansionspläne
Trotz der schwierigen Zeiten gab sich Michael Ringier bezüglich der Zukunftsaussichten seines Verlages optimistisch. Ein Blick zurück zeige, dass Ringier bisher aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen sei. Es gebe keinen Grund, warum es diesmal nicht auch so sein sollte, so der Verleger. An eine weitergehende Expansion des Unternehmens z.B. in zusätzliche osteuropäische Länder sei in der gegenwärtigen Wirtschaftslage aber nicht zu denken, schränkte Ringier ein. Im Moment sei man mit den bisherigen Aktivitäten in den bestehenden Länder mehr als beschäftigt. (awp/mc/ps/13)

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