Ringier baut 29 Stellen ab

Dies , teilte Ringier am Dienstag im Anschluss an die Personalinformation mit. Der Abbau erfolge hauptsächlich in Produktion, Layout, Bild und Korrektorat. Weniger davon betroffen seien die «schreibenden Ressorts» der Redaktionen. Wie Ringier-Mediensprecher Stefan Hackh auf Anfrage sagte, dürften in der Produktion 28% der Vollzeitstellen und in der Redaktion deren 11% gestrichen werden. Zunächst würden nun Konsultativverhandlungen mit der Personalkommission geführt.


Doppelspurigkeiten abgebaut
In den vergangenen Wochen hätten Chefredaktoren, Ressortleiter und Projektteams die Arbeitsabläufe und das Zusammenspiel zwischen den Ressorts überarbeitet und angepasst, schreibt Ringier. Auf diese Weise sei die Anzahl der im Integrierten Newsroom benötigten Mitarbeitervollzeitstellen definiert worden. Ziel des Newsrooms sei es, den «Medienkonsumenten jederzeit auf jedem Kanal die von ihm gewünschten Inhalte anbieten zu können.» Gleichzeitig könnten damit Doppelspurigkeiten abgebaut und Synergien genutzt werden.


Entscheid fällt im Februar
Wie viele Mitarbeitende effektiv vom Abbau betroffen sind, steht noch nicht fest. Dieser Entscheid werde im Februar fallen, sagte Hackh. Dann werde auch feststehen, wie viele Personen im Newsroom beschäftigt sein werden. Für die von Kündigungen betroffenen Angestellten komme ein Sozialplan zur Anwendung. Die Ankündigung des Stellenabbaus habe verständlicherweise beim Personal «betretene Stimmung ausgelöst», räumte Hackh ein. Der Personalkommission sei aber klar, dass nur mit dem Newsroom die «Blick»-Titel ökonomisch und publizistisch in eine sichere Zukunft geführt werden könnten.


Andrea Bleicher Nachrichtenchefin Newsroom
Wie der Zürcher Medienkonzern weiter mitteilte, wurde Andrea Bleicher als Nachrichtenchefin des Integrierten Newsrooms ernannt. Die 35-jährige Journalistin war von 1998 bis 2000 für den «Blick» tätig. Nach einem Abstecher zu «20 Minuten» und «Metropol» war Bleicher ab 2002 Inlandredaktorin der «SonntagsZeitung». Seit Mai 2007 ist sie Leiterin des Nachrichtenressorts bei «Blick». Bereits im Dezember gab Ringier bekannt, dass Hannes Britschgi mit dem Start des Newsrooms die Verantwortung als Politchef übernimmt. Der 54-Jährige wird damit zuständig für die politischen Inhalte der zur «Blick»-Gruppe gehörenden Titel. Die Chefredaktoren von «Blick», «SonntagsBlick», «Blick am Abend» und «Blick.ch» behalten ihre Autonomie. «Wir legen grossen Wert darauf, dass die einzelnen Titel ihren inhaltlichen Charakter behalten», betonte Mediensprecher Hackh.


Gewerkschaften bestürzt
Der Journalistenverband Impressum und die Mediengewerkschaft Comedia reagierten mit Bestürzung auf den Stellenabbau. Impressum geht davon aus, dass mit dem Abbau von 29 Vollzeitstellen rund 40 bis 50 Personen ihren Job verlieren werden. Rund die Hälfte der Entlassungen betreffe Journalistinnen und Journalisten. Nach Ansicht von Impressum wurde der Stellenabbau zu früh beschlossen. Derzeit seien noch nicht einmal die Arbeitsabläufe definiert. Der Journalistenverband fordert deshalb ein sechsmonatiges Entlassungsmoratorium. Zudem müssten allfällige Entlassungen via natürliche Abgänge und andere sozialverträgliche Massnahmen realisiert werden.


Impressum und Comedia fordern besseren Sozialplan 
Impressum und Comedia fordern überdies eine Verbesserung des bereits im Mai ausgehandelten Sozialplans. Dieser müsse den schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen angepasst und auf das besondere Profil der Betroffenen zugeschnitten werden, schreibt Comedia. Die Einführung des Newsrooms dürfe nicht auf Kosten der Mitarbeitenden erfolgen.
(awp/mc/ps/25)

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