Royal Bank of Scotland schleppt sich durch die Krise

Der Gegenwind sei weiter stark. Frühestens in zwei Jahren sieht er sein Unternehmen wieder Gewinne schreiben. Im dritten Quartal lag der Verlust unterm Strich bei 1,8 Milliarden Pfund (2 Mrd Euro). Vor einem Jahr, als die Finanzkrise mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreichte, hatte die RBS noch 871 Millionen Pfund verdient. Auch gegenüber dem zweiten Quartal musste die Bank kräftig Federn lassen. Damals hatte eine Neubewertung von Vermögenswerten die RBS vor einem allzu tiefen Abrutschen in die Verlustzone bewahrt.


Operativer Verlust eingedämmt
Die Börsianer zeigten sich dennoch gnädig: Am Morgen stieg der Kurs um gut 2 Prozent. Denn die RBS konnte den operativen Verlust binnen dreier Monate von 3,5 Milliarden auf 1,5 Milliarden Pfund eindämmen. Grund waren rückläufige Belastungen insbesondere aus faulen Krediten. Das RBS-Management wollte aber keine Entwarnung geben: Die Arbeitslosigkeit steige und immer mehr Firmen gingen pleite.


Die Erholung der Wirtschaft gehe nur langsam voran, hiess es. Das gelte ausdrücklich auch für die Heimatmärkte Grossbritannien und Irland. Die Wirtschaftskrise hatte beiden Ländern schwer zugesetzt. Erst im kommenden Jahr sieht die RBS das Schlimmste überstanden. Unter der Kreditbürde haben derzeit alle Banken weltweit zu leiden. Nicht zuletzt deshalb musste etwa die deutsche Commerzbank am Donnerstag einen neuerlichen Quartalsverlust vermelden.


Investmentbanking schwächelt
Andere Institute wie die Deutsche Bank schreiben dagegen schon wieder Milliardengewinne, getragen vom starken Investmentbanking. Bei der RBS musste der Zweig jedoch binnen dreier Monate einen Gewinnrückgang um zwei Drittel auf 375 Millionen Pfund verkraften. Die RBS muss sich aus vielen lukrativen Auslandsmärkten zurückziehen – eine der Bedingungen für die staatlichen Hilfen.


Neues Rettungspaket der Regierung
Grossbritannien pumpt gerade weitere 25,5 Milliarden Pfund in die Bank und hält dadurch bald 84 Prozent der Anteile. Zudem steht der Staat in gewissem Umfang für Verluste aus Schrottpapieren gerade. Im Gegenzug muss sich die RBS von einem guten Teil ihres Geschäfts trennen, darunter Hunderte Filialen in Grossbritannien. Im kommenden Jahr soll der Verkauf beginnen. Tausende Mitarbeiter mussten schon gehen. (awp/mc/pg/12)

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