Saab geht nach vorläufiger Vereinbarung an Koenigsegg

Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Der geplante Verkauf stützt sich auf einen Kredit über 600 Millionen Dollar der Europäischen Investitionsbank, für den die schwedische Regierung bürgen soll. GM wird Saab unter anderem für eine bestimmte Zeit mit Antriebstechnologien versorgen. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die nächste Generation des Saab-Modells 9-5 weiterhin am Produktionsstandort Trollhättan vom Band läuft.


Lange Käufersuche
Saab war zum Jahresende 2008 vom US-Mutterkonzern zum Verkauf gestellt worden. Im Februar musste die schwedische Tochter Insolvenz anmelden, der Mutterkonzern schlüpfte Anfang Juni unter Gläubigerschutz. Der US-Konzern war 1990 bei Saab eingestiegen und hatte die schwedische Traditionsmarke im Jahr 2000 vollständig übernommen.


Seit 1996 ohne Gewinn
Seit 1996 hat Saab für das Mutterunternehmen keine Gewinne mehr eingefahren. Saab beschäftigt in Schweden knapp 3.500 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr rund 93.000 Wagen verkauft. Aus der Konzernzentrale in Trollhättan war in den vergangenen Jahren aber immer wieder zu hören, dass zum Überleben mindestens 150.000 Wagen pro Jahr gebaut werden müssten. Mittlerweile hat Saab einen Schuldenberg von zehn Milliarden Kronen (900 Mio Euro) angehäuft. Mit 90 Prozent davon stehen die Schweden beim Mutterkonzern in der Kreide.


Ungewöhnlicher Käufer
Koenigsegg gilt als ungewöhnlicher Käufer für Saab. Die exklusive Sportwagenmanufaktur wurde 1994 von Christian von Koenigsegg gegründet und beschäftigt gerade einmal 45 feste Mitarbeiter. Das im südschwedischen Ängelholm ansässige Unternehmen baut mit die schnellsten Sportwagen der Welt. Im vergangenen Jahr wurden rund 20 Exemplare abgesetzt. Miteigner ist der rennbegeisterte norwegischer Designer Bard Eker. Er verfügt dem Vernehmen nach aber bei weitem nicht über die Mittel zur Rettung von Saab. (awp/mc/pg/13)

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