SAP stellt wieder Umsatz- und Gewinnschübe in Aussicht

Auch beim Gewinn will sich SAP verbessern und die operative Marge von zuletzt 27,4 Prozent auf 30 bis 31 Prozent heraufschrauben. SAP hatte sich bereits zu Beginn der Krise drastische Sparmassnahmen verordnet. «Unsere ursprünglichen Erwartungen haben wir sogar übertreffen konnten», sagte Finanzvorstand Werner Brandt. «Für 2010 werden wir weiterhin konsequent unsere Kosten kontrollieren und dabei ein starkes Augenmerk auf das weitere Wachstum der Marge legen». Konzernchef Leo Apotheker rief aber noch nicht das Ende der Flaute aus. «Neben der Margensteigerung möchten wir im Jahr 2010 wieder zu Umsatzwachstum zurückkehren, obwohl das Marktumfeld weiterhin angespannt ist und die Unsicherheit bei den Kunden nach wie vor andauert.»


Erholung im vierten Quartal
Im vergangenen Jahr war bei SAP der operative Gewinn von 3,3 auf 2,9 Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich fiel der Gewinn von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Im wichtigen vierten Quartal zwischen Oktober und Ende Dezember, in dem Unternehmen ihre IT-Budgets ausschöpfen, sank der operative Gewinn von 1,37 auf 1,12 Milliarden Euro. Unterm Strich fiel der Überschuss von 900 auf 776 Millionen Euro.


Aufwind in Asien-Pazifik
Den stärksten Einbruch verzeichnete SAP in seinen Stammmärkten. Die Leitkennziffer SSRS sackte in der Region Europa/Afrika/Naher Osten um acht Prozent. Vor Wechselkursveränderungen schrumpfte das Geschäft noch um sieben Prozent. In der Region Amerika, wo SAP einen erheblich geringeren Marktanteil hat, ging der SSRS um vier Prozent zurück. In diesen Märkten waren die Ausgaben von Unternehmen für Software nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers schlagartig zum Stillstand gekommen. Die Investitionsfreude kommt erst langsam wieder in Fahrt. Im asiatisch-pazifischen Raum, der sich von der Konjunkturkrise schneller erholt als der Westen, stieg der SSRS-Umsatz indes um sechs Prozent – vor Währungseffekten noch um fünf Prozent. Damit konnte SAP hier den Einbruch der vorangegangen Quartale teilweise wieder wettmachen.


Aktie unter Druck
Zu Handelsbeginn sank die SAP-Aktie an der Börse um 0,5 Prozent auf 32,56 Euro. Ein Händler stufte die Zahlen in einer ersten Reaktion «etwas besser als erwartet» ein. Positiv seien die Aussicht auf weiter strenge Kostenkontrollen und das Ziel einer weiteren Margenverbesserung. Die Bilanz zum vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2009 habe unterdessen im Vergleich zu den vorläufigen Eckdaten, die das Unternehmen Mitte des Monat veröffentlicht hatte, aus seiner Sicht keine grossen Überraschungen enthalten. Die etwas besser als erwartet ausgefallenen Umsätze seien zu grossen Teilen auf Kosten der Marge erzielt worden. Laut Commerzbank-Analyst Thomas Becker entspricht der Ausblick nahezu den Erwartungen. Der Margenausblick bestätige unterdessen den Fokus des Managements auf die Profitabilität.


SAP Schweiz mit «respektablem Jahresergebnis»
Die SAP (Schweiz) AG hat im Geschäftsjahr 2009 einen Gesamtumsatz von 638 Millionen Schweizer Franken erzielt. Damit liegt das Ergebnis rund 10 Prozent tiefer als 2008 (713,7 Millionen Franken). Als «sehr erfreulich» bezeichnet SAP Schweiz den Umstand, dass einzelne Bereiche trotz der wirtschaftlich äusserst schwierigen Rahmenbedingungen markant zulegen konnten, wie SAP Schweiz mitteilt.


Namhafte Neukunden
So wuchs der Umsatz mit Business-Intelligence-Lösungen um 26 Prozent. Zudem konnte SAP in der Schweiz namhafte Neukunden wie Actelion, Basellandschaftliche Kantonalbank und Cern sowie KMU wie z.B. die Kistler Gruppe für ihre Businesslösungen gewinnen. Die Zahl der Mitarbeitenden von SAP Schweiz blieb mit 530 stabil. Der wichtigste Umsatzposten ist der Erlös aus dem Produktumsatz mit 463,2 Millionen Franken. Per Jahresende  beschäftigte die SAP (Schweiz) AG insgesamt 530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren drei Standorten in Biel, Lausanne und Regensdorf.  (awp/sap/mc/ps/04) 

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