SAP und Oracle gehen aufeinander zu

Die Walldorfer haben sich nach dpa-Informationen mit Oracle auf die Übernahme der Anwaltskosten in dem Industriespionage-Prozess geeinigt. Dabei geht es um rund 120 Millionen Dollar (85 Millionen Euro). Dieser Vorschlag bleibt aber unter richterlichem Verschluss, solange das Verfahren im kalifornischen Oakland noch läuft.


Noch keine endgültige Entscheidung
Eine endgültige Einigung bedeutet diese Annäherung noch nicht. Oracle hatte SAP wiederholt Datenklau vorgeworfen und dabei die Konzernführung der Mitwisserschaft bezichtigt. Die Amerikaner verlangen einen milliardenschweren Schadensersatz. SAP räumte Verfehlungen zwar ein, sieht jedoch mehrere zehn Millionen Dollar als ausreichend für eine Wiedergutmachung an. Mitarbeiter der amerikanischen SAP-Tochter TomorrowNow hatten mehrfach unrechtmässig Daten von der Website des Rivalen heruntergeladen, um Oracle-Software im Auftrag von Firmenkunden zu warten. SAP wollte über den Umweg einer günstigen Wartung dem Rivalen die Kunden abspenstig machen und letztlich für die eigenen Programme gewinnen. Das Unterfangen scheiterte aber, SAP machte TomorrowNow letztlich dicht.


Prozess auf vier bis fünf Wochen angesetzt
Der Streit läuft schon seit drei Jahren, seit Montag stehen sich sich die beiden Seiten vor dem Bezirksgericht in Oakland gegenüber. Die Stadt liegt unweit des Oracle-Firmensitzes in Redwood Shores. Der Prozess ist auf vier bis fünf Wochen angesetzt. Oracle will als Zeugen auch den ehemaligen SAP-Chef Leo Apotheker vorladen, der mittlerweile den Computerkonzern HP führt. Seit Monaten überzieht der für seine aufbrausende Art bekannte Oracle-Chef Larry Ellison sowohl SAP als auch HP mit bissigen Kommentaren. Oracle konkurriert mit SAP bei Unternehmens-Software und mit HP bei Grossrechnern. Der Anwalt der Deutschen sprach jüngst von einem «Medienzirkus», den Ellison veranstalten wolle. (awp/mc/ss/31)

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