Sarkozy wechselt EDF-Chef aus

Das machte Premierminister François Fillon nach einer Sitzung des EDF-Verwaltungsrats am Sonntagabend klar. Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte die Personalwahl nach einem Gespräch mit Proglio getroffen. Fillon versprach aber eine Anhörung Proglios im Parlament. Als EDF-Chef soll Proglio bei Veolia dem Aufsichtsrat vorsitzen. Dazu muss der Veolia-Verwaltungsrat noch nach deutschem Muster in Vorstand und Aufsichtsrat gespalten werden. Die Börse honorierte die Nachricht am Montag mit einem Anstieg der EDF-Aktie bis zum Mittag um 1,46 Prozent auf 39,50 Euro. Die Veolia-Aktie gab dagegen um 0,87 Prozent auf 25,70 Euro nach.


Veolia stärker an EDF anlehnen
Veolia macht 12,6 Milliarden Euro Umsatz mit Leitungswasser, 10,1 Milliarden mit Müll, 7,5 Milliarden mit Energiediensten und 6,1 Milliarden mit Verkehrsbetrieben. Proglio will den Konzern an EDF anlehnen und vor Übernahmen durch ausländische Konzerne schützen. Veolia könnte EDF-Aktiva wie die Beteiligung am Energiedienstleister Dalkia kaufen und mit Aktien bezahlen. Der Staat könne am Ende über EDF und die Bank CDC ein Viertel der Veolia-Anteile halten und das Kapital «verriegeln».


Ernennung Proglios am 5. November vorgesehen  
Die EDF-Hauptversammlung soll am 5. November Proglio ernennen. Gadonneix wird unter anderem die 13,5 Milliarden Euro teure Übernahme von British Energy angelastet, die zur Verdoppelung des Schuldenbergs auf 36 Milliarden Euro beitrug. Allerdings ist auch Veolia mit 16,8 Milliarden Euro verschuldet, was in der Finanzkrise teuer kommt. Gadonneix verärgerte die Regierung zudem mit seiner Forderung, die Strompreise um 20 Prozent zu erhöhen. «Ein Selbstmord» sei das gewesen, sagen Konzerninsider. Die Regierung versucht in der Krise soziale Konflikte zu vermeiden. (awp/mc/ps/01)

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