Saudische Familien Saad und Algosaibi weiten Disput nach Genf aus

Die Genfer Zweigstelle der saudiarabischen Saad-Gruppe zeichnet für die Offshore-Investitionen innerhalb des Konzerns verantwortlich. Deren Büros seien infolge der Klage durch Algosaibi auch von behördlicher Seite durchsucht worden wie die Tribune de Genève am 19. September ohne Angabe von Quellen schreibt.


Schwerste Bankenkrise am Persischen Golf
Die in Schieflage geratene Awal Bank in Bahrain, die zu Saad gehört, war am 6. Juni von Standard and Poor?s (S&P) als zahlungsunfähig eingstuft worden, die Bank TIBC der Ahmad Hamad Algosaibi and Brothers (AHAB) bereits am 12. Mai. Beide Banken stehen inzwischen unter der direkten Kontrolle der Zentralbank von Bahrain. Dies war der folgenschwerste Zahlungsausfall am Persischen Golf seit Ausbruch der Finanzkrise in 2008.  Beide Familienkonglomerate haben offenbar auch untereinander Finanztransaktionen getätigt, die jetzt Gegenstand der Genfer Klage sind.

 

Rechtsstreit auch in den USA
Dem Vernehmen nach sind die zwei Geldhäuser bei weltweit 50 Banken mit knapp 10 Mrd. Dollar verschuldet. Andere Quellen nannten auch 15 und 40 Mrd. Dollar sowie 120 Gläubigerbanken. Saad und AHAB sind neben der anhängigen Klage in Genf auch in einem Rechtsstreit in den USA verwickelt. Dort geht es um «Kreditunregelemässigkeiten» in Höhe von 10 Mrd. Dollar. Ausserdem hat im Juli ein Gericht auf den Cayman-Inseln Anlagen von 9,2 Mrd. eingefroren, die zur Saad-Gruppe und den Banken Barclays, Calyon und Royal Bank of Scottland gehören. Saad-Chairman Maan Al Sanea sagte am vergangenen Mittwoch dem TV-Sender Al Arabiya, er habe mit den lokalen Banken am Golf eine Einigung zur Refinanzierung erzielt.

 

Bahrain belastet
Als Geschädigter gilt auch das Königreich Bahrain. Die Börse in der Hauptstadt Manama hat sich von ihrem Sommer-Crash, der durch die Affäre Saad/Algosabi ausgelöst wurde, bis jetzt nicht erholt. Die Kapitalmärkte der anderen Golfstaaten dagegen haussieren. Investoren zogen Geld aus Manama ab. Die Privatbank Sarasin & Cie. AG stoppte am 6. August ohne Angabe von Gründen ein Joint Venture mit der El-Khereiji-Gruppe in Bahrain, das erst im Dezember 2007 begonnen wurde. Sarasin-Mediensprecher Dr. Benedekt Gratzl sagte jedoch auf Anfrage von Moneycab, der Rückzug stehe in keinem Zusammenhang mit dem Fall Saad/Algosaibi. (gaf)

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