SBB-Chef Meyer legt Verkehrskommission Gründe für Milliardenforderung dar

SBB-CEO Andreas Meyer sowie weitere Vertreter der SBB-Direktion hätten die Verkehrskommission über die fehlenden Mittel im Unterhalt und die häufigen Pannen bei der SBB informiert, teilte die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) mit.


Nachholbedarf von einer Milliarde Franken
«Bei der Infrastruktur der SBB besteht ein Nachholbedarf von einer Milliarde Franken», präzisierte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage. Gründe seien die höhere Netzbelastung, gesetzliche Auflagen zur Sicherheit sowie gestiegene Baukosten. Um diesen Nachholbedarf abzubauen, braucht es demnach ab 2010 bis mindestens 2020 rund 100 Millionen Franken pro Jahr.


Mehrkosten für Substanzerhaltung
Zudem rechneten die SBB mit Mehrkosten, um die Substanz der Infrastruktur künftig zu erhalten. Zwischen 2010 und 2016 seien dazu pro Jahr über 100 Millionen Franken zusätzlich nötig, sagte der SBB-Sprecher. Die Verkehrskommission nehme diese Angaben besorgt und kritisch zur Kenntnis, schrieb die KVF in einer Stellungnahme.


Zustand des SBB-Netzes insgesamt gut
Die Diskussion über die finanziellen Mittel müssten nächstes Jahr im Rahmen der mit den SBB auszuhandelnden Leistungsvereinbarung weitergeführt werden, hielt die KVF fest. Der Zustand des SBB-Netzes sei aber insgesamt gut, schrieb die KVF. Das ergäben die Zwischenresultate einer Studie der SBB. Die endgültigen Resultate lägen Ende Dezember vor.


Ohne zusätzliche Gelder drohen Betriebseinschränkungen
Falls keine zusätzlichen Gelder fliessen, müsse mit vermehrten Langsamfahrstellen oder anderen Betriebseinschränkungen an weniger befahrenen Strecken gerechnet werden, sagte Pallecchi. Auch an der Sicherheit spare die SBB nicht, betonte er. Für die KVF seien Sicherheit und Substanzerhaltung wichtiger als Neu- und Erweiterungsbauten, schrieb die Kommission.


Häufung von Störungen der letzten Woche ein Zufall
Die häufigen Betriebsstörungen in den vergangenen Wochen waren ebenfalls Thema des Treffens. «Die SBB erklärte der Kommission, dass die in letzter Zeit aufgetretenen Störungen zufällig und jeweils völlig unterschiedlicher Ursache waren», berichtete Pallecchi. Zudem gingen die Störungen im Verhältnis zur Netzauslastung seit 2003 zurück. (awp/mc/pg/35)

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