SBB hat GAV gekündigt und will neuen Vertrag aushandeln

Die Gewerkschaften SEV und transfair reagierten empört. Die bestehenden Gesamtarbeitsverträge laufen Ende Jahr aus. Die SBB hatte bereits im Januar angekündigt, sie neu auszuhandeln. Weil die Gewerkschaften aber bisher nicht zu substanziellen Verhandlungen bereit gewesen seien, sah sich die SBB laut ihrer Mitteilung vom Freitag zur Kündigung veranlasst.


Branchenübliche Arbeitsbedingungen
«Wir brauchen branchenübliche Arbeitsbedingungen, um im Wettbewerb gleich lange Spiesse zu haben», wird SBB-Personalchef Hannes Wittwer zitiert. Beim Unterhalt des Rollmaterials etwa herrsche europaweiter Konkurrenzdruck, schreibt die SBB. Überholte Regelungen aus der Beamtenzeit gehörten abgeschafft.


GAV-Kündigungen ist eine Kampfansage
Der Schweizerische Eisenbahner- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) bezeichnete die GAV-Kündigungen als Kampfansage. Der SEV sei verhandlungsbereit, akzeptiere aber keinen «multiplen Abbau». Die SBB plane Lohnabbau, längere Arbeitszeiten, weniger soziale Sicherheit und einen separaten Vertrag zu Industriebedingungen für Teile von SBB Cargo.


Arbeitsfrieden in Gefahr
Die SBB gefährde mit ihren Forderungen den Arbeitsfrieden. Gebe es bis Ende Jahr keine Einigung, sei ein Streik nicht auszuschliessen, wird SEV-Präsident Pierre-Alain Gentil in einem Communiqué zitiert. Die Delegierten des SEV erteilten den Plänen der SBB bereits am 1. Februar eine Absage.


Eine «fatale Dumping-Strategie»
Die Gewerkschaft transfair verurteilte das Vorgehen der SBB als «fatale Dumping-Strategie». Sie kündigte an, in den Verhandlungen die einseitigen Abbaubestrebungen auf dem Buckel des Personals zu bekämpfen. Die Produktivität des SBB-Personals sei gemäss den präsentierten Bilanzzahlen wiederum gestiegen. (awp/mc/ab)

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