Schweinegrippe: Erster Fall in der Schweiz bestätigt

Das positive Testergebnis kam am Abend vom Nationalen Referenzzentrum für Influenza in Genf. Am Nachmittag hatte das Kantonsspital noch einen negativen Grippebefund erhalten.


Patient irrtümlich nach Hause entlassen
Infolge eines Missverständnisses bei der Interpretation des Kommentars zum ersten Laborergebnis sei der Patient entlassen worden, heisst es in der Mitteilung. Inzwischen befindet sich der junge Mann wieder auf einer isolierten Station. Alle Personen, die Kontakt mit dem Patienten gehabt hätten, wurden laut den Angaben über den Befund des Tests und die einzuleitenden Massnahmen informiert. Am Donnerstag will das Kantonsspital an einer Medienkonferenz weiter informieren.


Bund ergreift vorläufig keine organisatorischen Massnahmen
Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO die weltweite Pandemie-Alarmstufe von 4 auf 5 erhöht hat, sind auf der Stufe des Bundes zurzeit keine zusätzlichen organisatorischen Massnahmen erforderlich. Dies gab Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Donnerstag in Bern vor den Medien bekannt. Die Schweiz hatte nach dem Beschluss der Pandemie-Phase 4 unter anderem den Sonderstab Pandemie eingesetzt. Das Gremium sei am Donnerstag zum ersten Mal zusammengetreten.


Zeltner: «Kein Grund zur Beunruhigung»
Eine Grund zu neuer Beunruhigung sieht Zeltner derzeit nicht. In Europa gebe es derzeit fünf nachgewiesene Fälle von Schweinegrippe, so Zeltner weiter. Neben dem Patienten in der Schweiz, den die WHO noch bestätigen müsse, gebe es je zwei Fälle in Grossbritannien und Spanien. 


Weitere 29 Verdachtsfälle
Bei dem Badener Patienten handelt es sich um die Person, die am Montag als erste in der Schweiz wegen Verdachts auf Schweinegrippe hospitalisiert worden ist. Der Zustand des Mannes war stets stabil. Er wurde mit dem Grippemittel Tamiflu behandelt und stand unter Beobachtung. Weitere 29 Personen stehen derzeit unter Verdacht, sich mit dem Virus angesteckt zu haben. Bei allen handelt es sich um Heimkehrer aus Mexiko. Ihre Testergebnisse sind noch nicht bekannt. Nach Angaben des Direktors des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Thomas Zeltner, sind die Tests in der Schweiz noch wenig zuverlässig. Ergebe eine Untersuchung keinen Befund, müsse dies bestätigt werden, sagte er am Mittwoch.


WHO erhöht Pandemierisiko auf zweithöchste Stufe
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der sich ausbreitenden Schweinegrippe das Pandemierisiko auf die zweithöchste Stufe 5 angehoben. Das teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Mittwochabend vor Journalisten in Genf mit. Damit steht die weltweite Ausbreitung des mutierten Schweinegrippevirus H1N1 unmittelbar bevor. Am Donnerstagmorgen hat die Schweiz die Pandemiestufe ebenfalls auf 5 erhöht.


Roche intensiviert Vorbereitungen zu Pandemiestufe 5
Im Zusammenhang mit der Anhebung der Alarmphase intensiviert der Pharmakonzern Roche in Absprache mit der World Health Organization (WHO) die Vorbereitungen im Zusammenhang mit der sich ausbreitenden Schweinegrippe und der Erhöhung auf Pandemiestufe 5. Roche werde dabei insbesondere in der Produktion des antiviralen Grippemedikaments Tamiflu mit Blick auf einen möglichen Ausbruch der Grippepandemie vorbereitet sein, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag mit.


Dezentrale Lagerung
Im Jahr 2006 habe Roche der WHO 5 Mio Packungen Tamiflu gespendet. Davon 2 Mio für «regionale Lagerbestände» und 3 Mio als «Notvorrat». Die regionalen Bestände würden von der WHO in verschiedenen Zentren weltweit gelagert. Der «Notvorrat» von 3 Mio Packungen Tamiflu könne von der WHO jederzeit abgerufen und innerhalb von 24 Stunden eingesetzt werden, hiess es. Weiter werde Roche in Absprache mit allen Anspruchsgruppen daran arbeiten um die Regierungen bestmöglichst zu unterstützen. Bis heute habe Roche im Rahmen der Pandemievorsorge Regierungs-Bestellungen über insgesamt 220 Mio Packungen Tamiflu entgegengenommen und ausgeführt. (awp/mc/ps/01)

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