Schweiz bei der Einkommenssteuer gut positioniert

Sie verfügt aber über eine kohärente Steuerpolitik, wenn man die Besteuerung natürlicher und juristischer Personen betrachtet, schreibt die KPMG in einer Medienmitteilung. Auch so genannte Flat-Tax-Modelle finden immer grössere Verbreitung.


Maximalsteuersätze weltweit um 2,5 % gefallen
Die Maximalsteuersätze für Einkommenssteuern sind in den vergangenen sechs Jahren rund um den Globus durchschnittlich um 2,5 Prozent gefallen: von durchschnittlich 31,3 Prozent 2003 auf 28,8 Prozent im Jahr 2008. 33 von 87 Länder haben ihre Steuerraten in den vergangenen sechs Jahren gesenkt, nur sieben Länder haben 2008 einen zum Jahr 2003 vergleichsweise höheren Spitzensteuersatz.


Lateinamerika vor Asien und Europa
Nach wie vor werden die Steuerzahler in der Europäische Union (EU) mit durchschnittlich 36,4 Prozent am höchsten belastet, gefolgt von den Ländern des Asien-Pazifischen Wirtschaftsraums, wo im Durchschnitt 34,6 Prozent vom Bruttoeinkommen fällig werden, sowie Lateinamerika mit 26,9 Prozent.


Dänemark mit Spitzensatz von 59 %
Das Land mit dem höchsten Einkommenssteuersatz der Welt ist Dänemark. Der Spitzensatz liegt dort seit sechs Jahren unverändert bei 59 Prozent. Kaum weniger bezahlen die Schweden, wo die Raten im letzten Jahr von 57 Prozent auf 55 Prozent gesenkt wurden. Der bestverdienende Steuerzahler in den Niederlanden wurde während des gesamten untersuchten Zeitraumes durchweg mit 52 Prozent zur Kasse gebeten.


Steuersenkungen und Flat-Tax-Modelle liegen im Trend in der EU
Abgesehen von jenen Ländern, die generell keine Steuern erheben, findet sich die niedrigste Rate innerhalb der EU in Bulgarien: die kürzlich eingeführte Flat-Tax von 10 Prozent löste die vormals fälligen 24 Prozent ab. Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum weist Hongkong mit 16 Prozent die niedrigste Steuerrate auf, in Lateinamerika führt Paraguay mit 10 Prozent die Tabelle an.


Frankreich mit deutlichsten Kürzungen
Unter den grossen westeuropäischen Wirtschaftskräften hat Frankreich die deutlichste Kürzung vorgenommen: von ehemals 48,1 Prozent im Jahr 2003 auf 40 Prozent 2007. Deutschland hat sich von 48,5 Prozent zu 45 Prozent entwickelt, wobei in den Jahren 2005 und 2006 der Höchststeuersatz bei 42 Prozent lag.


Grosse Auswirkungen der Flat-Tax-Modelle in Osteuropa
Aus europäischer Sicht hatte vor allem die Einführung der Flat-Tax-Modelle in den osteuropäischen Staaten die grössten Auswirkungen. Neben Bulgarien haben auch Estland (21 Prozent), die Slowakei (19 Prozent), Litauen (24 Prozent), Rumänien (16 Prozent) sowie die Tschechische Republik (15 Prozent) ein Flat-Tax-Modell eingeführt. Die Tatsache, dass die Progressionskurve vieler westeuropäischer Länder verhältnismässig rasch den Maximalsteuersatz erreicht, führt dazu, dass sich diese faktisch nicht sehr stark von osteuropäischen Ländern mit Flat-Tax-Modellen unterscheiden.


Schweiz auf Rang 17
Für Länder ohne Einheitssteuersatz wurde der höchste Einkommenssteuersatz der wichtigsten Wirtschaftsmetropole im Land zugrunde gelegt – in der Schweiz ist dies die Stadt Zürich mit derzeit 40 Prozent. Im innereuropäischen Ländervergleich liegt die Schweiz damit auf Rang 17, knapp hinter Luxemburg mit 38 Prozent. Werden jedoch die Daten der einzelnen Kantone zum Vergleich herangezogen, so ergibt sich ein wesentlich differenzierteres Bild: Die Kantone Zug und Schwyz gehören – weltweit gesehen – zu den Top 10, und die Kantone Obwalden, Appenzell-Innerrhoden, Nidwalden, Luzern, Schaffhausen und Graubünden finden sich international immerhin in den Top 20. Interessanterweise zeigt die Gesamtbetrachtung von Direkter Bundessteuer und Staatssteuer, dass die Schweiz weltweit eine der stärksten Progressionen aufweist.


Schweiz mit kohärenter Steuerpolitik
Ein Vergleich der Besteuerung natürlicher und juristischer Personen zeigt zudem, dass die Schweiz eine kohärente Steuerpolitik verfolgt. Im Gegensatz zu Irland, das zwar attraktive Steuersätze für Unternehmen bietet, dessen Spitzensteuersätze für natürliche Personen jedoch sehr hoch liegen, kennt die Schweiz eine attraktive kombinierte Belastung – im internationalen Standortwettbewerb ein nicht zu unterschätzender Vorteil. (KPMG/mc/pg)





Die Studie «Individual Tax Rate Survey 2008» von KPMG International untersuchte die weltweite Entwicklung der Einkommenssteuersätze in den Jahren 2003 bis 2008 in 87 Ländern. Dabei wurden jeweils die Maximaleinkommenssteuersätze von verheirateten Einzelpersonen im Angestelltenverhältnis, kinder- und konfessionslos sowie ohne Berücksichtigung von Abzugsmöglichkeiten verglichen. Die vollständigen Ergebnisse der «Individual Tax Rate Survey 2008» können Sie unter http://www.kpmg.ch/ nachlesen.

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