Schweizer Industriekonjunktur im konstanten Fall

Diese werde bereits seit 7 Monaten ununterbrochen unterschritten, wie die Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Demnach ist die Schweizer Industrieaktivität derart rückläufig, dass sogar die 40-Punkte-Marke seit fünf Monaten ohne Unterbruch unterboten wird. Unter dieser Marke lag der PMI seit Beginn der Messreihe 1995 erst einmal, nämlich im November 2001.  Auch in einer über drei Monate geglätteten Darstellung wird deutlich, wie stark die Industrie derzeit schrumpft. Der auf diese Weise geglättete PMI ging um 1.3 Punkte zurück und liegt mit 33.4 Punkten auf einem neuen historischen Tiefststand.


Sämtliche Subkomponenten unter 50-Prozent-Schwelle
Drei der fünf Indexsubkomponenten sind im März angestiegen, doch befinden sich weiterhin sämtliche Subkomponenten unterhalb der 50-Punkte-Schwelle. Der Auftragsbestandindex stieg den zweiten Monat in Folge (+1.6 Punkte) leicht an, verharrt aber immer noch unter der Marke von 30 Punkten. Die Beschäftigungskomponente (+1.7 Punkte) sowie die Lieferfristenkomponente (+2.2 Punkte) nahmen ebenfalls zu. Beide konnten sich damit etwas von ihren historischen Tiefstständen lösen. Um von einer Trendwende zu sprechen, ist es aber noch deutlich verfrüht, insbesondere da die Indexstände weiterhin extrem tief sind.


Einkaufsmengenkomponente deutlich im Minus
Die Produktionskomponente sowie der Subindex «Einkaufsmenge» rutschten hingegen im März weiter ab. Während die Produktion 2.6 Punkte verlor, bildete sich die Einkaufsmengenkomponente deutlich um 5.2 Punkte zurück.


Produktion  
Die Produktionskomponente verzeichnete im März den dritten Rückgang in Serie. Im Berichtsmonat ging der Index um 2.6 Punkte gegenüber dem Vormonat zurück. Dennoch liegt er immer noch um 0.8 Zähler höher als im November 2008, befindet sich aber weiterhin auf sehr tiefem Niveau. So liegt er den fünften Monat in Folge unter 40 Punkten (März 30.3 Zähler). In früheren Abschwüngen ist die 40-Punkte-Marke nie unterschritten worden.


Auftragsbestand 
Der Auftragsbestand stieg im Berichtsmonat um 1.6 auf 29.8 Zähler. Dies ist der zweite Monat in Folge ohne Rückgang. Der Indexstand ist aber immer noch extrem tief. Die 30-Punkte-Marke ?eine Schwellenwert, der früher nie erreicht worden ist – wird bereits den vierten Monat in Folge unterschritten. Von einer Trendwende zu sprechen ist damit verfrüht.


Einkaufsmenge
Die Teilkomponente Einkaufsmenge sank im Berichtsmonat deutlich um 5.2 Punkte auf 24.5 Zähler. Der Anstieg im Februar wurde damit bereits wieder zunichte gemacht, wodurch die Teilkomponente einen neuen historischen Tiefststand erreichte. Die Nachfrage im Einkauf schrumpft derzeit angesichts der miserablen Auftragslage drastisch.


Einkaufspreise
Nach sieben rückläufigen Monaten stieg die Teilkomponente Einkaufspreise im März erstmals wieder an. Der Subindex gewann 6.3 Punkte und liegt aktuell bei 27.4 Zählern. Angesichts des tiefen Niveaus kann nicht von Preisdruck gesprochen werden, doch macht sich wohl der leichte Anstieg auf den Rohstoffmärkten bei den Vorleistungspreisen bemerkbar.


Lieferfristen
Die Lieferfristenkomponente stieg im März um 2.2 Punkte. Der aktuelle Wert von 34.9 Zählern markiert aber immer noch den zweittiefsten Stand seit dem Beginn der Messreihe 1995. Die Lieferfristen nehmen offensichtlich weiterhin drastisch ab. Kürzere Lieferfristen sind ein Zeichen für schwach ausgelastete Kapazitäten, was einen weiteren Kapazitätsabbau erwarten lässt.


Lager Einkauf
Die Teilkomponente Lagereinkauf gab auch im März um 4.4 Punkte nach. Der leichte Anstieg im Vormonat hat sich als nicht nachhaltig erwiesen. Der Indexstand von 33.6 Zählern bedeutet einen historischen Tiefststand. Angesichts des schwachen Auftragseingangs und der trüben Aussichten erfolgt die Lagerdisposition äusserst vorsichtig.


Lager Verkauf
Die Teilkomponente Lagerverkauf nahm im März um 3.6 Punkte auf 42.7 Zähler ab. Zudem liegt der Index den vierten Monat unterhalb der Wachstumszone. Ein Rückgang des Verkaufs ab Lager kann zwei Gründe haben: Entweder eine fehlende Nachfrage oder leere Lager. Letzteres würde bedeuten, dass die Produktion erhöht werden muss.


Beschäftigung
Die Beschäftigungskomponente stieg im März nach neun Monaten des Rückgangs um 1.7 Punkte an. Der historische Tiefststand von Februar wird damit nur leicht übertroffen. Geglättet über drei Monate liegt der aktuelle Wert aber immer noch auf einem Allzeittief. Der Beschäftigungsabbau geht weiter. (cs/mc/ps) 

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