Schweizer Versicherungsmarkt: Gesellschaften genügend bis gut kapitalisiert

Die Eigenmittelunterlegung der Schweizer Versicherungsbranche habe sich 2006 zum vierten Mal in Folge deutlich verbessert, teilte das BPV am Dienstag mit. Bei den Lebensversicherern stieg sie um 16%, bei den Schadenversicherern um 10% und bei den Rückversicherern gar um 33%.


Eigenkapital von 54,2 Mrd CHF
Gesamthaft wiesen die Versicherungsunternehmen per Ende 2006 ein Eigenkapital von 54,2 Mrd CHF aus. Das waren 9,0 Mrd CHF mehr als per Ende 2005. Der Anstieg ist laut BPV auf Kapitalerhöhungen und gute Geschäftsergebnisse zurückzuführen.


Rückgang der Prämieneinnahmen
Der seit 2003 zu beobachtende Rückgang der Prämieneinnahmen setzte sich im vergangenen Jahr fort, nachdem es 2005 zu einer kurzen Stabilisierung gekommen war. Insgesamt betrug das Prämienvolumen 49,3 Mrd CHF nach 50,6 Mrd CHF im Vorjahr.


Lebensversicherung
In der Lebensversicherung gingen die Prämieneinnahmen um 5,9 Prozent auf 28,1 Mrd CHF zurück. Dagegen verzeichnete die Schadenversicherung ein Wachstum von 2,6% auf 21,2 Mrd CHF.


Schadenversicherung
In der Schadenversicherung regte die gute Konjunktur die Nachfrage an, wie das BPV erklärt. Dieser Effekt wurde aber durch den Konkurrenzdruck gedämpft, was sich entsprechend auf die Tarife auswirkte.


Versicherungsdienstleistungen
Für Versicherungsdienstleistungen zahlten die Gesellschaften insgesamt 25,9 Mrd CHF, etwa gleich viel wie 2005. Beachtlich war der Anstieg in der allgemeinen Haftpflichtversicherung (18%). Dagegen beruhigte sich die Lage bei der Feuer- und Elementarschadenversicherung nach grossen Belastungen im Vorjahr.


Krankenversicherung
In der Krankenversicherung, dem bedeutendsten Zweig der Schadenversicherung, stiegen die Prämieneinnahmen auf 6,3 Mrd. Franken. Das BPV begründet die Erhöhung damit, dass im ambulanten Bereich zusätzliches Geschäft erschlossen worden sei.


Spitalzusatzversicherungen
Bei den Spitalzusatzversicherungen, wo die Geschäfte tendenziell rückläufig sind, wurde 2006 die in den vergangenen Jahren aufgelaufene Teuerung teilweise kompensiert.


Einzellebenversicherung
In der Einzellebenversicherung fiel der Einnahmenrückgang im vergangenen Jahr mit 6,3% deutlich stärker aus als noch im Vorjahr (3,0%). Die Abnahme sei allein auf den Rückgang bei den Einmaleinlagen zurückzuführen, vor allem verursacht durch das sehr tiefe Zinsniveau, erklärt das BPV.


Kollektivlebengeschäft
In der beruflichen Vorsorge (Kollektivlebengeschäft) wurde ein Rückgang von 1,2% verzeichnet. Dieser fiel damit deutlich geringer aus als im Vorjahr (8,2%).


Lebensversicherer
Die Lebensversicherer wiesen 2006 technische Rückstellungen von 281,4 Mrd CHF aus; das war etwa gleich viel wie im Vorjahr. Ihre Eigenkapitalbasis nahm um 16 Prozent auf 8,9 Mrd CHF zu.


Rückversicherer
Die Rückversicherer verzeichneten einen Rückgang der gebuchten Bruttoprämien von 6,5 Prozent auf 31,9 Mrd CHF. Dank dem Ausbleiben von schweren Naturkatastrophen verringerte sich der Schadenaufwand deutlich. Die Schadenrückstellungen bildeten sich um 9,1% auf 231,6 Mrd CHF zurück. Dies lässt sich damit erklären, dass die 2005 gebildeten Rückstellungen für Naturkatastrophen grösstenteils abgewickelt wurden. Die Kapitalbasis der Rückversicherer nahm um satte 32,7% auf 23,5 Mrd CHF zu. Dafür verantwortlich waren laut BPV die gestiegenen Reingewinne und – in grösserem Ausmass – auch Kapitalerhöhungen.


216 Versicherungen unter Aufsicht des Bundes
Vergangenes Jahr unterstanden 216 private Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen der Aufsicht des Bundes. Davon waren 101 Schweizer und 45 ausländische Direktversicherer sowie 70 Schweizer Rückversicherer.

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