Shell stoppt Aktienrückkauf – Dividendenpolitik bleibt

2008 hatte das Unternehmen dafür rund drei Milliarden US-Dollar ausgegeben.


10 Mrd. Dollar für Aktionäre
An seiner Dividendenpolitik will Shell hingegen festhalten und die Ausschüttung im Rahmen der Inflation erhöhen. Für 2009 plant der Konzern, seinen Aktionäre rund zehn Milliarden Dollar als Bonuszahlungen zu überweisen, für 2008 waren es 9,8 Milliarden. Das wäre ein Plus von rund einem Prozent. Für die erste Quartalsdividende stellte Shell sogar ein Plus von 5 Prozent in Aussicht. Die Berechnungen basierten auf der Annahme, dass der wirtschaftliche Abschwung noch mehr als ein Jahr andauern könnte, sagte Shell-Chef Jeroen van der Veer. Die Aktie verlor bis zum Nachmittag rund 2,8 Prozent und war damit schwächer als der FTSE 100.


Produktion stagniert
Für den Anfang des neuen Jahrzehnts erwartet Shell den Angaben zufolge, dass die jährliche Öl- und Gasförderung bis 2012 um 2 bis 3 Prozent steigt. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen hingegen mit einer stagnierenden oder sinkenden Produktion. Die Konkurrenten BP und Eni hatten zuletzt ihre Produktionsziele zurückgeschraubt. Shell will bis zu 32 Milliarden Dollar in diesem Jahr investieren.


Seine Flüssiggasaktivitäten (LNG) will Shell bis 2012 um 40 Prozent im Vergleich zu 2008 ausbauen. In diesem Jahr plant Shell Investitionen von 31 bis 32 Milliarden Dollar. Zugleich will der Konzern die Krise dazu nutzen, seine Zulieferkosten zu senken und sein Portfolio zu verbessern. So sollen unter anderem Raffinerien in Deutschland auf den Prüfstand gestellt werden.


Korruptionsvorwürfe
Neben der Wirtschaftskrise könnte in diesem Jahr auch ein Korruptionsverfahren in den USA die Shell-Bilanz belasten. Die Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium nahmen den Konzern wegen möglicher Verstösse gegen das US-Gesetz gegen internationale Bestechung (Foreign Corrupt Practises Act) unter die Lupe, schrieb Shell in seinem Jahresbericht. Aufgeführt ist dieser Punkt in der Rubrik Risikofaktoren, die die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr belasten könnten.


Untersucht wird den Angaben zufolge eine Verwicklung in den Bestechungsfall um den Schweizer Logistikkonzern Panalpina. Dabei geht es um Bestechung im Öl- und Gasgeschäft in Nigeria. Die Schweizer hatten deshalb Ende 2007 ihre Dienstleistungen in dem Land eingestellt, nachdem die US-Behörden Korruptionsuntersuchungen eingeleitet hatten. Die Untersuchungen sollen Panalpina zufolge Ende September 2009 abgeschlossen sein. (awp/mc/pg/28)

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