Siegfried wächst trotz negativen Währungseinflüssen

Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 28.5 Millionen Franken, ein Plus von 33.2%. Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch den Verkauf der Pharmaproduktion in Zofingen an die amerikanische Arena Pharmaceuticals sowie durch eine Lizenzzahlung für ein früher auslizenziertes Biogenerikum.


Division Siegfried Actives steigert Auslastung markant
Die Division hat im ersten Halbjahr 2008 mehr produziert als in der Vergleichsperiode und konnte die Auslastung ihrer Anlagen merklich steigern. Wegen von Kunden gewünschten Auslieferverschiebungen ins zweite Halbjahr blieb die Division mit einem Umsatz von 95.1 Millionen Franken aber 12.7% in Schweizer Franken und 4.9% in Lokalwährung hinter dem ersten Halbjahr 2007 zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 1.7 Millionen Franken und liegt damit deutlich unter Vorjahr. Ein Grund dafür ist die in der ersten Hälfte 2007 verbuchte einmalige Zahlung der amerikanischen Pharma-Unternehmung Celgene über 9.1 Millionen Franken für die Übernahme einer Reaktoranlage. Die Division Siegfried Actives liefert einen erheblichen Teil ihrer Produktion in den Dollarraum, was sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis (EBIT) stark beeinflusste. So beträgt die währungsbedingte Dif-ferenz beim Umsatz 7.8 Prozentpunkte.


Guter Auftragseingang
Der Auftragseingang der Division Actives ist unverändert gut. Im letzten Jahr konnten im Geschäft mit der Exklusiv-Synthese 20 neue Projekte gewonnen werden, im ersten Halbjahr 2008 waren es 6 Neuzugänge. Diverse vielversprechende Offerten stehen kurz vor der Entscheidung. Heute besteht die Entwicklungs-Pipeline im Exklusivgeschäft aus 8 Projekten für Medikamente, die der Kunde bereits im Markt eingeführt hat. 6 Projekte stehen in der klinischen Phase III und 26 Projekte in den Phasen I oder II. Kurz vor Produktionsaufnahme stehen zwei Produkte, welche sich bereits in diesem Geschäftsjahr auswirken und vor allem im nächsten Jahr einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum leisten werden.


Erfolgreiche Standardprodukte
Bei den Standard-Produkten inkl. kontrollierter Substanzen geht der Geschäftsausbau kontinuierlich weiter. Im Vordergrund steht dabei das Sortiment an Wirkstoffen auf Opiate-Basis, welche in starken Analgetika für die Krebs-Therapie Verwendung finden. Laufend werden neue Substanzen in die kommerzielle Produktion aufgenommen. Ergänzend zum US-amerikanischen Markt steigt das Interesse für auf Opiat-Derivaten basierenden Wirkstoffen auch in Kanada und Europa merklich. Unverändert gut entwickeln sich die Verkäufe im Markt für die Wirkstoffe Methadon und Nikotin, wo Siegfried Actives Weltmarktführer ist. Zur Zeit arbeitet Siegfried Actives am Ausbau der Produktpalette für Nikotin-Derivate.


Division Siegfried Generics mit 32 Prozent mehr Umsatz
Die Generika-Division hat im Berichtshalbjahr einen Umsatz von 64.6 Millionen Franken erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von 32%. Der EBIT von 30.3 Millionen wurde positiv beeinflusst vom Verkauf der Pharma-Produktion in Zofingen an die amerikanische Firma Arena Pharmaceuticals in San Diego. Im ope-rativen Geschäft resultierte ein Betriebsergebnis von 16.7 Millionen Franken. Darin ist auch eine Lizenzzahlung für ein erfolgreich realisiertes biogenerisches Projekt enthalten.


Generika in neuen Darreichungsformen
Nach dem Verkauf der Pharmaproduktion in Zofingen wird die Herstellung von Generika in festen Darreichungsformen schrittweise nach Malta verlagert. Zusätzlich wird die Pipeline mit Projekten in anderen Darreichungsformen als Tabletten und Kapseln ergänzt. Die Entwicklung solcher Projekte erfolgt mit industriellen Partnern. Die Generika-Pipeline besteht insgesamt aus 13 Projekten, wovon sich 3 bereits in der Zulassungsphase befinden. Die übrigen Projekte befinden sich in Evaluation.


Rascher Aufbau der Inhalationstechnologie
Die Entwicklungsarbeiten für generische Inhalationsprodukte, welche in der Asthma-Therapie zur Anwendung kommen werden, gehen mit hoher Intensität weiter. In Höchstädt bei Augsburg konnte eine GMP-Produktionsstätte für die Herstellung der fertigen Inhalationspräparate auf Basis des PulmoJet gesichert werden. Das Ent-wicklungslabor in München wurde technisch und personell ausgebaut.  Die Aufwendungen für die Inhalationstechnologie wurden vollumfänglich der Erfolgsrechnung belastet. Zur Zeit finden Gespräche mit möglichen Vermarktungs-Partnern in den USA und in Europa statt. Erste Kostenbeteiligungen, insbesondere für ein Projekt für den US-amerikanischen Markt, werden bereits im nächsten Jahr erwartet.


Ausblick
Die Siegfried Gruppe geht davon aus, dass die Division Siegfried Actives im zweiten Halbjahr trotz Dollareinfluss einen deutlich besseren Umsatz erzielen wird. Dieser Trend dürfte im nächsten Geschäftsjahr weitergehen. Ein Grund dafür ist die Produktionsaufnahme für zwei grössere Kundenprojekte. Siegfried wird aller Voraussicht nach gegen Ende Jahr mit der Herstellung dieser Wirkstoffe beginnen können, was sich auch positiv auf die Margensituation im Geschäftsjahr 2009 auswirken würde. In der Division Siegfried Generics wird sich die Konkurrenzsituation vermehrt bemerkbar machen. Der Umsatz dieser Division wird sich deshalb im zweiten Halbjahr 2008 abschwächen. Dennoch rechnet die Siegfried Gruppe insgesamt im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich. Dabei wird die operative Marge wegen der anhaltenden Dollarschwäche und den laufenden Investitionen in die Inhalationstechnologie vermutlich knapp unter 10% sinken. Der Gewinn dürfte wegen der erwähnten Sonderfaktoren erneut gut ausfallen. (siegfried/mc/ps)

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