Silvan Meier, CEO WMH: «Wir überlegen uns, auf niedrigmargige Geschäfte im Bereich Fertigung in Zukunft zu verzichten, womit die Durchschnittsmarge steigen dürfte.»

Silvan Meier, CEO WMH: «Wir überlegen uns, auf niedrigmargige Geschäfte im Bereich Fertigung in Zukunft zu verzichten, womit die Durchschnittsmarge steigen dürfte.»

Von Alexander Saheb


Moneycab: Welche Entwicklungen haben das erste Halbjahr geprägt?


Silvan Meier: Wir konnten in praktisch allen Bereichen und allen Regionen ein erfreuliches Wachstum verzeichnen. Insgesamt konnte Walter Meier wiederum ein Rekordergebnis mit einem 60-prozentigen Gewinnwachstum erreichen. Zusätzlich haben wir intensiv daran gearbeitet, dem Konzern eine neue Struktur und einen neuen Auftritt zu geben.



«Sämtliche ausserordentlichen Aufwendungen für Restrukturierung und Rebranding sollten die Zehnmillionengrenze nicht überschreiten.» Silvan Meier, CEO WMH


Seit Frühjahr laufen Restrukturierungsmassnahmen, um die Gruppe entlang der Sparten Klima und Fertigung aufzustellen. Wie kommen Sie voran und wann sollen die Arbeiten abgeschlossen sein?


Die Hauptarbeit besteht in der Fusion der drei Schweizer Gesellschaften Axair Kobra, Oertli Service und Vescal. Der Auftritt mit dem gemeinsamen  Namen Walter Meier wird bereits im November starten. Auch die Zusammenlegung der Zentralfunktionen ist auf erfreulichem Weg. Mit der Neustrukturierung des Vertriebs lassen wir uns jedoch Zeit und verfolgen eine schrittweise Integration über die nächsten Jahre.


Mit welchen Sonderkosten ist hierfür zu rechnen?


Sämtliche ausserordentlichen Aufwendungen für Restrukturierung und Rebranding sollten die Zehnmillionengrenze nicht überschreiten.


Der Bereich Fertigung legte im ersten Halbjahr beim Umsatz dynamischer zu als die Klimasparte, erzielte aber eine geringere EBIT-Marge. Lässt sich bei dieser noch mehr herausholen?


Wir überlegen uns, auf niedrigmargige Geschäfte im Bereich Fertigung in Zukunft zu verzichten, womit die Durchschnittsmarge steigen dürfte.


Und hat die Klimasparte ihr Umsatzwachstumspotenzial schon ausgeschöpft?


Auf keinen Fall. Wir befinden uns am Beginn einer neuen Ära in der Haustechnik: Die Konsumenten kümmern sich um den Klimawandel und wollen deshalb energiesparende Heizungs- und Kühlungsanlagen mit niedrigem CO2-Ausstoss. Zusätzlich ist das Bedürfnis für Kühlung im Geschäfts- und Wohnbereich am steigen. Von diesen Trends können wir Dank einem umfassenden und qualitativ hoch stehenden Produktportfolio und dem dazugehörigen Beratungs- und Serviceangebot optimal profitieren.


Was erwarten Sie vom zweiten Halbjahr mit Blick auf Umsatz und Reingewinn?


Wir gehen davon aus, dass sich die erfreuliche Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen wird.


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Wenn die Restrukturierung abgeschlossen ist und sie den neuen Marktauftritt unter Walter Meier umgesetzt haben, steht dann organisches Wachstum im Vordergrund?


Wir wollen mit neuen Produkten in bestehenden Märkten und in neue Märkte mit den heutigen Business-Modellen wachsen. Dies kann organisch wie auch akquisitorisch erfolgen. Welcher Weg gewählt wird, hängt von den Kosten und Opportunitäten ab.



«Im Vergleich zu unserer Konkurrenz ist unsere Aktie nach wie vor tief bewertet.»


Haben Sie langfristige Finanzziele für die Gruppe oder gibt es finanzielle Kenngrössen, deren Erreichen die Führungsqualität des Managements messbar machen soll?


Mit der Neustrukturierung der Organisationsbereiche und der Verantwortlichkeiten sind wir auch daran, einen Top-Down-Zielsetzungsprozess mit Dreijahreszielen auf Basis des EVA (Economic Value Added) einzuführen.  Dies bedeutet eine Revolution für den Strategie- und Führungsprozess von Walter Meier und wird sich darin auswirken, dass die gesamte Firma das gleiche Ziel verfolgt. Ob und in welcher Form wir dieses publizieren werden, entscheidet sich in den nächsten Monaten.


Welche Märkte möchten Sie auf lange Sicht noch besser erschliessen?


Im Kompetenzbereich Klima sind dies vor allem die west- und osteuropäischen Märkte. Der Fokus im Kompetenzbereich Fertigung liegt in Osteuropa, Südostasien und zu einem späteren Zeitpunkt auch in Indien und China.


Der Aktienkurs hat sich seit 2005 locker verdreifacht. Glauben Sie dass hier noch viel Platz nach oben ist?


Die Walter Meier Aktie ist momentan mit einem P/E von rund 10 bewertet, bei einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Im Vergleich zu unserer Konkurrenz sind wir also nach wie vor tief bewertet. Dies liegt meines Erachtens hauptsächlich daran, dass die Investoren unsere Geschichte noch zu wenig verstehen.


Was spricht derzeit für eine Investition in die WMH-Aktie?


Die Verbindung der bereits erwähnten Wachstums- und Verbesserungspotentiale mit einer hohen Ausschüttungsrendite.


Was gefällt ihnen bei Ihrer Arbeit als CEO am besten?


Die vielen Möglichkeiten zu Veränderungen und die Herausforderung, diese bestmöglich anzupacken.





Der Gesprächspartner:
Silvan G.-R. Meier ist seit 2006 CEO der Walter Meier Holding. Nach dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität Zürich war Meier zwischen 2002 und 2006 als Senior Consultant und Projektleiter bei der Simon, Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants tätig. Er verfasste unter anderem Publikationen zu Themen wie Marketing und Pricing. Ferner ist er VR-Mitglied und Delegierter des VR der Greentec.


Das Unternehmen:
Die Walter Meier Holding (WMH) ist ein weltweit tätiger Dienstleistungs- und Industriekonzern mit den Kompetenzbereichen Klima und Fertigung. 2006 erwirtschaftete Walter Meier Holding mit rund 1800 Mitarbeitenden einen Umsatz von nahezu 800 Mio. CHF. Die Aktie der Gesellschaft ist an der SWX Swiss Exchange kotiert.

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