Singulus: Nachfrage wird durch Wechsel Warners zu Blu-ray steigen

«Wir erwarten eine deutliche Steigerung bei den Bestellungen von Blu-ray-Anlagen», sagte Unternehmenssprecher Bernhard Krause am Montag am Firmensitz in Kahl am Main. Der weltgrösste Verkäufer von DVD-Filmen, das US-Filmstudio Warner Bros., hatte angekündigt, von Juni an vollständig zu Blu-ray-Discs zu wechseln. Dadurch seien die Chancen auf einen Durchbruch dieses Formats im Wettstreit um den Nachfolger der DVD gestiegen, sagte Krause.


HD-DVD am Ende?
Bislang verkaufen die Warner Studios ihre Filme auch auf dem Konkurrenzformat HD-DVD. Mit der Festlegung auf das Blu-ray-Format stehen nun Warner, Sony, Disney und 20th Century Fox hinter dieser Technologie. Das HD-DVD-Format für Videos in hoher Auflösung wird in Hollywood dann nur noch von den beiden grossen Studios Universal und Paramount unterstützt.


«Unter Streit gelitten»
«Wir haben in den letzten zwei Jahren unter diesem Streit gelitten», sagte der Singulus-Sprecher. «2008 wird es nun einen ersten Schub geben, in den Folgejahren wird das noch einmal deutlich wachsen.» Wie stark die Nachfrage steigen werde, sei noch nicht abzuschätzen. Bisher seien die Geschäfte mit Blu-ray eher mager gewesen. Singulus stellt derzeit Maschinen für die Rohlinge beider Formate her. Die Blu-ray-Maschinen sind aber teurer und bieten höhere Margen.


Neue Maschinen
Auf einer Blu-ray-Disc lässt sich Krause zufolge eine Datenmenge von bis zu 50 Gigabyte speichern, auf dem Konkurrenzformat lediglich 30 Gigabyte. Sollte sich Blu-ray in den kommenden Jahren als Standard durchsetzen, müssten sich die Disc-Produzenten neue Maschinen zulegen.


Singulus unter Druck
Die bisherige Flaute im Markt für CD- und DVD-Produktionsanlagen hatte Singulus in den ersten neun Monaten 2007 einen Umsatz- und Gewinnrückgang beschert. Auch in den Jahreszahlen soll dieser Abschwung Firmenangaben zufolge erkennbar sein. Danach soll der Umsatz des im TecDAX notierten Unternehmens von 280 Millionen Euro 2006 im zurückliegenden Geschäftsjahr auf 215 bis 235 Millionen Euro sinken. Singulus hatte dies unter anderem mit der schleppenden Einführung der nächsten Formatgeneration begründet. Daher verharrten die Investitionen der Kunden bisher auf einem niedrigen Niveau.


Kurssprung
Nach den positiven Nachrichten legten die Singulus-Titel an der Börse bis zum Nachmittag um 21,61 Prozent auf 8,33 Euro zu. (awp/mc/ps)

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