SIX Group mit internationalem Wachstum

Die Abschwächung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken beeinflusste sowohl den Betriebsertrag wie auch den Konzerngewinn negativ, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag. Ein wesentlicher Teil des Wachstums ist zurückzuführen auf die positiven Effekte der Beteiligung an Cetrel in Luxemburg und die erstmals einbezogenen Transaktionen von SIX Card Solutions Austria sowie auf die deutliche Zunahme des Börsenhandelsvolumens. Dabei profitierte SIX Group von der Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der hohen Volatilität an den Finanzmärkten. Diese haben ebenso zum guten operativen Ergebnis beigetragen wie die stabilen Konsumausgaben in der Schweiz und die fortschreitende Internationalisierung des Kartengeschäfts. Das erfreuliche Bild wird getrübt durch die tiefen Zinssätze im Bondbereich, die Abschwächung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken sowie Bewertungsverluste auf nicht strategischen Beteiligungen.


Zinserfolg um über 40% rückläufig
Die Position Erfolg aus dem Zinsgeschäft sank als Folge des tiefen Zinsniveaus von CHF 5,6 Millionen um 41,7% auf CHF 3,3 Millionen. Der starke Anstieg des Erfolgs im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 8,8% auf CHF 555,8 Millionen (Vorjahr CHF 510,7 Millionen) ist einerseits auf die neu einbezogenen Transaktionen von SIX Card Solutions Austria und den zusätzlichen Betriebsertrag durch die Übernahme des Akquiring Portfolios bei Cetrel zurückzuführen. Andererseits profitierten der Wertschriftenhandel und die nachgelagerten Wertschriftendienstleistungen im ersten Halbjahr 2010 von der hohen Volatilität an den Börsen:


Börsenhandelsvolumen steigt um knapp 12 Prozent
Gegenüber dem Vorjahr stieg das Börsenhandelsvolumen bei SIX Swiss Exchange um rund 11,9% und an der Eurex sogar um 20%. Das Resultat im Kommissions- und Dienstleistungs-geschäft ist umso erfreulicher, als sich alle Geschäftsfelder in einem sehr kompetitiven Marktumfeld bewegen und teilweise substanzielle Preisnachlässe gewährten. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft reduzierte sich um CHF 11,8 Millionen auf CHF 1,2 Millionen, was auf Bewertungsverluste von CHF 11,1 Millionen bei nicht strategischen Beteiligungen zurückzuführen ist. Der übrige Erfolg nahm im ersten Halbjahr 2010 um 14,9% auf CHF 88,8 Millionen (Vorjahr CHF 77,3 Millionen) zu und der Betriebsertrag stieg per Mitte 2010 um 7% auf CHF 649 Millionen.


189 Vollzeitstellen mehr
Auf der Kostenseite erhöhte sich der Geschäftsaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 11,4% auf CHF 440,7 Millionen. Die Personalkosten erhöhten sich, bedingt durch den um 189 Vollzeitstellen angestiegenen Personalbestand, um 11,3% auf CHF 297,8 Millionen (Vorjahr CHF 267,6 Millionen). Rund zwei Drittel dieser Mehrkosten entfallen auf die im Vorjahr nicht enthaltenen Mitarbeitenden bei Cetrel und bei SIX Card Solutions Austria. Der Sachaufwand erhöhte sich vor allem akquisitionsbedingt sowie als Folge der Internationalisierung des Kartengeschäfts und durch weitere strategische Projekte um 11,8% auf CHF 142,9 Millionen.


Konzerngewinn um 13,3 Prozent rückläufig
Als Resultat des operativen Geschäfts lag der Bruttogewinn mit CHF 208,3 Millionen nur 1,4% unter dem Vorjahreswert. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen erhöhten sich um CHF 10,1 Millionen oder 18,9% auf CHF 63,7 Millionen. Dabei stiegen die Abschreibungen aufgrund der höheren akquisitionsbedingten Sachanlagen und immateriellen Anlagen um CHF 13 Millionen, während sich der Nettoaufwand bei den Rückstellungen, Wertberichtigungen und Verlusten um CHF 2,9 Millionen reduzierte. Der Konzerngewinn nach Minderheitsanteilen beträgt im ersten Halbjahr 2010 CHF 107,9 Millionen und liegt damit um 13,3% unter der Vorjahresperiode (CHF 124,5 Millionen). Der Personalbestand von SIX Group erhöhte sich per Ende Juni 2010 im Vorjahresvergleich um 189 Stellen oder 5,2% von 3?600 auf 3?789 Vollzeitstellen.


Positiver Ausblick
SIX Group geht davon aus, dass sich im zweiten Halbjahr 2010 die moderate Konjunkturerholung trotz gestiegener wirtschaftlicher Risiken fortsetzt. Die Aussichten im Börsenumfeld und im Kartengeschäft sind deshalb für das zweite Halbjahr 2010 weiter positiv. Der Betriebsertrag wird aber in den nächsten Monaten nach wie vor von den negativen Auswirkungen des Euro-Wechselkurses und dem anhaltenden Preisdruck beeinträchtigt. Dank weiteren Fortschritten im Ausbau des internationalen Geschäfts und einer konsequenten Kostenkontrolle rechnet SIX Group per Ende Jahr mit einem knapp höheren Betriebsertrag und einem Konzerngewinn auf Vorjahresniveau. (six/mc/ps)

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