Skyguide prüft Konzentration der Flugsicherung

Zeithorizont für die Umsetzung sei das Jahr 2020. Geprüft würden Szenarien mit einem einzigen Kontrollzentrum in Genf, in Zürich oder an einem neuen Standort. Zur Diskussion stehe aber auch eine teilweise Auslagerung der Flugsicherungstätigkeiten in ein bestehendes Zentrum im Ausland, so Weder gegenüber Medienvertretern.


Ausbau bestehender Kontrollzentren als Option 
Abgeklärt werde auch, ob die bestehenden Kontrollzentren in Genf und Zürich (ab Februar 2009 auf dem Flugplatz Dübendorf) so ausgebaut werden sollen, dass sie je die Flugsicherung für den gesamten Schweizer Luftraum übernehmen könnten. Das sechste Szenario sieht die Schaffung eines neuen Zentrums vor, das gemeinsam oder unter Beteiligung von benachbarten Flugsicherungsorganisationen aufgebaut und betrieben wird.


Gemeinsame Bewirtschaftung des Luftraums
Skyguide werde auf europäischer Ebene als attraktiver Kooperationspartner anerkannt, sagte Weder. Schneller als erwartet vorangetrieben werde das Projekt einer gemeinsamen Bewirtschaftung des Luftraums in Zentraleuropa zusammen mit Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten.


Grenzübergreifendes Luftverkehrsabkommen unabdingbar
Bis im Jahr 2013 soll der Flugverkehr im oberen Luftraum in so genannten «funktionalen Luftraumblöcken» (FAB) abgewickelt werden. Die Schweiz gehört zu jenem in Zentraleuropa (FABEC), der für fast 55 Prozent aller Flugbewegungen in Europa zuständig ist. Ohne die Einführung des grenzübergreifenden Luftverkehrsmanagements, das mehr Kapazitäten am Himmel schafft, käme es gemäss einer Studie bis im Jahr 2018 zu einem Flugverkehrskollaps, sagte Weder. Die möglichen Effizienzsteigerungen mit dem jetzigen, an den Staatsgrenzen orientierten System, seien nämlich ausgereizt.


Milliarden-Einsparungen durch Single European Sky
Mit dem Projekt des einheitlichen europäischen Luftraums («Single European Sky»), das die Aufteilung in neun FAB vorsieht, kann direkter geflogen werden. Pro Flug könnten im Durchschnitt 17 Kilometer eingespart werden, sagte Weder. Dies habe weniger Verspätungen, weniger Schadstoff-Emissionen und finanzielle Einsparungen in Milliardenhöhe zur Folge.


Gemeinsame Holdinggesellschaft nicht ausgeschlossen
Für das FABEC sollen die Flugsicherungsunternehmen der beteiligten Länder schrittweise in Richtung einer Allianz enger zusammenarbeiten. Möglicherweise stehe am Schluss eine gemeinsame Holdinggesellschaft. Dieser letzte Schritt stehe allerdings im Moment noch nicht auf der Agenda, sagte der Skyguide-Chef. Schon heute wollten die Flugsicherungsunternehmen gegen aussen – zum Beispiel gegenüber der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol – «wie eine einzige Firma» auftreten. Dies bringe einen Effizienzgewinn. (awp/mc/pg/25)

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