S&P: Schwächeres Kreditprofil der Banken am Golf erwartet

von Gérard Al-Fil

 

Der Bau- und Immobiliensektor stehe für 17 Prozent des Kreditvolumens in den Ländern des GCC, und dieser sei aufgrund der wirtschaftlichen Anspannung den Banken besonders zur Last geworden, heisst es im aktuellen «GCC Credit Survey» von Standard and Poor’s. Im Golfkooperationsrat GCC haben sich die sechs Ölstaaten Saudiarabien, Kuwait, Bahrain, Katar, die VAE und Oman zusammengeschlossen. Die Banken in den VAE und Kuwait seien aufgrund ihres vergleichsweise starken Engagements bei Baufinanzierungen am verwundbarsten. Saudiarabien und Katar stünden am wenigsten unter Druck.

 

Problemfeld Immobilienkredite
Institute mit einem relativ grossen Immobilienkredit-Portefeuille wie National Bank of Dubai oder National Bank of Kuwait wurden von Standard and Poor?s deshalb auf «Ausblick: negativ» gesetzt. Beide Banken behalten aber ihr ?A?-Rating. Risikoaverse Kunden und ein angespannte Liquiditätslage in der Region führten zu Divendenkürzungen und eine steigenden Rate der «non-perfoming loans» im Verhältnis zum gesamten Kreditvolumen.

 

Staaten mussten eingreifen
Positiv hebt der Bericht hervor, dass die Geldhäuser am Golf aus einer Position der relativen Stärke in die Krise hineingezogen wurden. Grössere Bankenpleiten ereigneten sich in der Region bislang nicht. Gegenmassnahmen der Regierungen und Zentralbanken zur Stützung des Finanzsystems seien schnell erfolgt. Die Zentralbank der VAE zum Beispiel hat nach der Lehman-Pleite im September 2008 in Etappen 32,9 Mrd. Dollar in den Interbankenmarkt gepumpt. In vier Fällen in Kuwait und Bahrain musste aber der Staat einzelnen Banken mit insgesamt 7 Mrd. Dollar direkt unter die Arme greifen.

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