Spekulation über Rettungsaktion für Fannie Mae und Freddie Mac

Besonders bisher starke Investoren aus Europa und Asien haben ihr Engagement am Dienstag nochmals zurückgeschraubt. Die bereits schwer gebeutelten Aktienkurse der Institute sind weiter auf Talfahrt.


Unternehmen hinter jedem zweiten US-Hauskredit
Fannie Mae und Freddie Mac haben für die internationalen Märkte enorme Bedeutung, da sie mit einem Volumen von fünf Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) hinter rund jedem zweiten US-Hauskredit stehen. Ihr derzeit grösstes Problem: Für ihr Geschäft müssen sie sich an den weltweiten Finanzmärkten laufend über Schuldpapiere Geld beschaffen. Freddie Mac musste in einer solchen Finanzierungsrunde am Dienstag wegen seiner Probleme die bislang höchsten Zinsen zahlen. Aus Asien und Europa kamen zudem Berichten zufolge nur noch 40 Prozent statt wie zuletzt gut 50 Prozent des Kapitals. Die nächste grosse Hürde steht spätestens mit der Refinanzierung zum Ablauf des Quartals Ende September an.


Rettungspaket aus Steuergeldern geschnürt
Vertreter des US-Finanzministeriums wollten sich dem «Wall Street Journal» zufolge noch am Mittwoch mit Freddie Mac zu Beratungen treffen. Die US-Regierung schnürte kürzlich für den Notfall eines weiteren Absturzes bereits ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Bisher bestreiten das Ministerium und die Institute aber, dass ein Eingreifen nötig sei. Investoren rechneten dennoch zunehmend mit einer solchen Massnahme, berichteten mehrere US-Medien. Die Regierung hatte im Juli vom Kongress grünes Licht bekommen, im Zweifel Fannie und Freddie Kredite geben zu können oder auch Anteile zu kaufen.


Verluste von 15 Milliarden Dollar
Die einst vom Staat gegründeten und heute börsennotierten Geschwister-Institute erlitten durch die Immobilienkrise bislang Verluste von zusammen fast 15 Milliarden Dollar. Weitere Verluste und neuerliche Milliardenabschreibungen werden erwartet. Beide holten sich Kapitalspritzen in Milliardenhöhe. Freddie Mac wollte den Markt nochmals anzapfen, scheiterte aber bisher.


90 Prozent des Börsenwertes verloren
Seit dem verschärften Ausbruch der Kreditkrise vor einem Jahr verloren die Unternehmen mehr als 90 Prozent ihres Börsenwertes. Der Aktienkurs stürzte laut Händlern zuletzt auch weiter ab, weil bei einem staatlichen Eingreifen die Aktien praktisch wertlos werden könnten. Die Stimmen für eine komplette Verstaatlichung der beiden Gesellschaften waren zuletzt lauter geworden. So forderte dies vor kurzem der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan. (awp/mc/pg/22)

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