St. Galler Kantonalbank erwartungsgemäss mit weniger Gewinn

Die per 1. März 2008 erstmals in der SGKB Gruppe konsolidierte Hyposwiss Private Bank Genève SA beeinflusste zudem die Erfolgsrechnung und Bilanz, aber auch den Bestand an Kundenvermögen, weshalb ein Vergleich mit dem Vorjahr nur bedingt möglich sei, so die Mitteilung weiter. Ebenso sei die Zunahme der Abschreibungen auf die erstmalige Konsolidierung bzw. auf die Abschreibung des aus der Akquisition resultierenden Goodwills zurückzuführen.


Erwarteter Gewinnrückgang
Die St.Galler Kantonalbank erzielte im ersten Semester 2008 einen Konzerngewinn, der 22.5% unter demjenigen des Vorjahres liegt. Damit bestätigt sich die an der Bilanzmedienkonferenz im Februar gemachte Prognose, wonach das Resultat unter dem hervorragenden Ergebnis des letzten Jahres liegen wird. Die Entwicklung ist ertragsbedingt und durch die prekäre Situation an den globalen Finanzmärkten begründet.


Zinsengeschäft: Steigende Volumen – niedrigere Erträge
Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft beträgt CHF 147.6 Mio. und liegt 4.4% unter dem Vorjahresergebnis. Zwar erfreuten sich die Kundenausleihungen steigender Volumen und insgesamt einer guten Nettoproduktion. Trotzdem ist der Zinsertrag rückläufig. Grund dafür sind der anhaltend hohe Margendruck im Ausleihungsgeschäft sowie die Umschichtungen von niedrig verzinslichen Sparprodukten in teurere Festgelder.


Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft: Schwache Börse spürbar
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft beträgt CHF 100.8 Mio. und liegt 5.0% unter dem Vorjahresergebnis. Dafür verantwortlich sind vor allem die scharfe Korrektur an den Finanzmärkten sowie die Abwertung der wichtigsten Währungen. Dadurch reduzierten sich die Bestände der Kundenvermögen und entsprechend die bestandesabhängigen Erträge. Wegen der schlechten Börsenstimmung verminderten sich aber auch die transaktionsabhängigen Erträge, da die Kunden im Wertschriftengeschäft weniger aktiv waren und ihre Vermögen wie erwähnt in Festgelder umschichteten.


Geschäftsaufwand unter Kontrolle
Der Geschäftsaufwand liegt mit CHF 141.1 Mio. um CHF 9.2 Mio. oder 7.0% über dem Vorjahr. Hier macht sich der Kauf der Hyposwiss Genf bemerkbar: Ohne die erstmalige Konsolidierung in der Konzernrechnung hätte der Geschäftsaufwand um CHF 2.0 Mio. oder 1.5% zugenommen. Nach wie vor sind die Projektkosten für die Umstellung auf die neue IT-Plattform spürbar. Die Gesamtkosten des Projekts bewegen sich im beabsichtigten Rahmen.


Bestände: Erfreuliches Wachstum bei Kundenausleihungen und Kundenvermögen
Im Gegensatz zur Erfolgsrechnung entwickelte sich die Marktleistung der St.Galler Kantonalbank erfreulich: Die Kundenausleihungen konnten im ersten Semester 2008 um CHF 575.2 Mio. (+3.4%) gesteigert werden und das akquirierte Neugeld (net new money) belief sich auf CHF 1.4 Mia., was einer Zunahme von 3.7% entspricht (zusätzlich zu den durch die Hyposwiss Genf eingebrachten Kundenvermögen). Darin widerspiegelt sich das grosse Vertrauen, welches die Kunden der St.Galler Kantonalbank entgegenbringen. Insgesamt verwaltet die SGKB Gruppe damit CHF 39.1 Mia. an Kundenvermögen (+ CHF 1.2 Mia. oder 3.2%). Die Bilanzsumme stieg im ersten Halbjahr um CHF 1.0 Mia. (+5.0%) und beträgt nunmehr CHF 21.2 Mia.


Weichenstellungen für die Zukunft
Das erste Halbjahr war im Weiteren geprägt von mehreren strategischen Weichenstellungen für die Zukunft: Im Zeichen des Ausbaus des Private Banking standen die erwähnte, erfolgreiche Konsolidierung der neuen Tochtergesellschaft Hyposwiss Genf sowie die geplante Gründung einer Tochterbank in München per 2009, welche die Bearbeitung des deutschen Marktes für vermögende Privatkunden ermöglicht. Im weiteren nahm die St.Galler Kantonalbank am 25. März 2008 die neue IT-Plattform Avaloq termingerecht und erfolgreich in Betrieb.


Ausblick: Weiterhin unter Vorjahr
Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf den Finanzmärkten wird sich der Jahresabschluss 2008 in Bezug auf den Reingewinn weiterhin unter den Vorjahreszahlen bewegen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind jedoch langfristig optimistisch und rechnen im 1. Semester 2009 wieder mit einem stärkeren Gewinnwachstum. (sgkb/mc/ps)

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