Steigende Gesundheitskosten sind nicht nur negativ

Die Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz hat nun das Institut Infras beauftragt, die Auswirkungen der steigenden Gesundheitskosten auf die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz zu untersuchen. Die Studie wurde am Montag in Bern vorgestellt.


Haushalte: Gesundheit schlägt mit einem Siebtel zu Buche
Danach muss ein Haushalt im Schnitt einen Siebtel seines verfügbaren Einkommens für die Gesundheit ausgeben – Prämienverbilligungen einberechnet. Haushalte mit tiefen Einkommen und mit Kindern sind speziell belastet – hier kann der Anteil auf einen Fünftel steigen.  Andererseits ergaben Modellrechnungen von Infras, dass eine – angenommene – Steigerung der Gesundheitsausgaben von 5 Mrd CHF die inländische Wertschöpfung um 0,3% (oder 1,35 Mrd CHF bezogen auf das Jahr 2005) wachsen liesse; die Beschäftigung würde sich um 0,53% (etwa 17’000 Vollbeschäftigte) erhöhen.


Höhere Ausgaben steigern Gesundheit der Bevölkerung
Profitieren würden neben dem Gesundheitswesen mit seinen Sub-Branchen auch die Präzisionsindustrie, die Versicherungen, Forschung und Entwicklung, sowie – in geringerem Ausmass – die exportorientierte Chemie- und Pharmabranche. Längerfristig würden sich steigende Gesundheitsausgaben gemäss den Untersuchungen tendenziell positiv auf die schweizerische Wirtschaft und die Wohlfahrt auswirken. In hoch entwickelten Industrieländern verbessern zusätzliche Ausgaben für die Gesundheit tendenziell auch den Gesundheitszustand der Bevölkerung.


«Keine Rechtfertigung für grenzenlose weitere Steigerung»
Dies wiederum fördert die Arbeitsproduktivität und das Einkommenswachstum der Volkswirtschaft. Bessere Gesundheit steigert aber auch die Lebenserwartung und die Lebensqualität. Steigende Gesundheitsausgaben sind also nicht per se schlecht für die wirtschaftliche Entwicklung – was aber keine Rechtfertigung für eine grenzenlose weitere Steigerung sei, hält die Studie fest. Deren Urheber empfehlen, bei zusätzlichen Ausgaben die Kostenwirksamkeit systematisch zu überprüfen. Ausserdem müssten weitere Aspekte wie die Finanzierung des Gesundheitswesens genauer untersucht und dessen Transparenz verbessert werden. (awp/mc/ps/17)

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