Streit um Schadenersatz in Siemens-Affäre hält an

Siemens wirft ihm und den anderen Managern vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt und so die weltweiten Schmiergeldzahlungen begünstigt zu haben. Pierer soll sechs Millionen Euro zahlen und damit den höchsten Betrag. Siemens hat ihm eine Frist bis Mitte November eingeräumt. Bislang wehrt er sich aber entschieden dagegen. Er wolle es im Zweifel auf einen Prozess ankommen lassen, hatte Pierer kürzlich der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» gesagt. Pierers Anwalt wollte sich am Freitag nicht näher äussern. «Solange diese Geschichte nicht zu Ende ist, gibt es von uns keine Auskunft.» Pierer hatte den Konzern von 1992 bis 2005 geleitet.


Kleinfeld will zahlen
Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld ist nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» bereit, zwei Millionen Euro Schadenersatz an das Unternehmen zu zahlen. Er sei der erste Ex-Top-Manager von Siemens, der mit einem Millionenbetrag seinen Teil zur Bewältigung des milliardenschweren Schmiergeldskandals beitragen wolle, berichtete die Zeitung in ihrer Freitagausgabe. Kleinfeld hatte Siemens Mitte 2007 vorzeitig verlassen und leitet heute den US-Aluminiumkonzern Alcoa. Er war am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Laut «SZ» beharrt Kleinfeld bei der geplanten Einigung mit Siemens darauf, dass ihn keine Schuld an dem Schmiergeldskandal treffe. Mit einer möglichen Zahlung gestehe er kein Fehlverhalten ein.


1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen
Das weitere Vorgehen ist unklar. Siemens wollte am Freitag nicht näher auf den Stand der Verhandlungen eingehen. «Der Aufsichtsrat wird sich am 2. Dezember in seiner turnusmässigen Sitzung mit dem Status des gesamten Themas beschäftigen», sagte ein Sprecher lediglich. Bislang haben erst drei frühere Vorstände nachgegeben und jeweils 500.000 Euro gezahlt. Im Siemens-Schmiergeldskandal geht es um rund 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen, die zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt worden sein sollen. (awp/mc/ps/36)

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