Sulzer baut weltweit 1’400 Stellen ab

Der restliche Teil dürfte gegen Ende 2009 sowie Anfang 2010 anfallen. Zahlungswirksam werden die Kosten noch etwas später. Die Marktbedingungen in den Hauptmärkten hätten sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert und es werde keine rasche Verbesserung oder Erholung erwartet, begründet Sulzer den Schritt. Weltweit werden rund 1’400 Stellen betroffen sein, in der Schweiz allerdings nur wenige.


Anhaltend tiefes Nachfrageniveau
In den vergangenen Monaten seien bereits an einzelnen Standorten verschiedene Massnahmen wie die Reduktion der Unterlieferverträge und Kurzarbeit eingeführt worden. Angesichts der aktuellen Marktaussichten müssten die Kapazitäten jedoch noch stärker an das anhaltend tiefe Nachfrageniveau angepasst werden, schreibt Sulzer am Mittwoch. Von den weltweiten Konjunkturprogrammen komme nur geringe Unterstützung, erklärte CEO Ton Büchner an einer Telefonkonferenz. Die Infrastrukturprogramme würden vor allem der Bauindustrie nützen und weniger den Bereichen Öl, Gas und Energie, wo Sulzer tätig sei.


Divisions- und regionsübergreifendes Programm
Das nun implementierte Programm ist divisions- und regionsübergreifend. Es soll «gut geplant und geführt» umgesetzt werden. Der geografische Schwerpunkt der Massnahmen wird in den Regionen Europa und Amerika liegen. Büchner betonte, dass das Programm keine reaktive Massnahme sei, Schritt für Schritt umgesetzt werde und erst 2011 abgeschlossen sei. So gesehen erfolge die Information von Sulzer früh. Als spätzyklisches Unternehmen habe Sulzer den Abschwung spät zu spüren bekommen und rechne nun auch mit einer Erholung erst zu einem späteren Zeitpunkt.


Möglichst wenig Entlassungen von Festangestellten
Die Zahl der Entlassungen von Festangestellten soll nach Möglichkeit niedrig gehalten werden, indem zuerst die freiwillige Personalfluktuation, vorzeitige Pensionierungen und die Reduktion der Unterlieferverträge genutzt werden. Auch interne Versetzungen kann es geben. Die Divisionen sind unterschiedlich von den Massnahmen betroffen. 2009 werden Sulzer Metco und Chemtech am stärksten betroffen sein, die Division Turbo Services in geringerem Masse. Die Division Pumpen werde an vielen Standorten vorerst den noch hohen Auftragsbestand abwickeln und die Kapazitäten erst später anpassen.


«Personalabbau alleiniger Management-Entscheid»
Der Personalabbau ist gemäss Büchner allein ein Entscheid des Managements. Grund sei die Marktentwicklung und nicht eine Vorgabe aus dem Verwaltungsrat oder von Aktionären. Er verneinte indirekt, dass hinter dem Abbauentscheid der russische Grossaktionär Viktor Vekselberg steht. Vekselberg hat unlängst den Machtkampf um den Winterthurer Traditionskonzern gewonnen und baut nun den Verwaltungsrat um: Der bei Vekselberg in Ungnade gefallene Präsident Ulf Berg wurde im April abgewählt. Übergangspräsident Luciano Respini wird im August vom ehemaligen ABB-Sanierer Jürgen Dormann abgelöst. Vekselberg hatte vor zwei Wochen auch den Abgang von zwei weiteren Verwaltungsräten gefordert. Mit einem Drittel der Anteile käme er damit auf zwei Drittel der Sitze im VR.


Sulzer-Titel legen zu
Weiter teilte Sulzer mit, dass die Veräusserung nicht geschäftlich genutzter Liegenschaften in der Schweiz im ersten Semester 2009 «ausserordentlich erfolgreich» gewesen sei. Der Mittelzufluss lag bei über 100 Mio CHF, woraus sich ein ausserordentlicher Beitrag der Immobilienaktivitäten zum Betriebsergebnis von 45 Mio CHF im ersten Halbjahr ergeben wird. Für das zweite Semester werden keine wesentlichen Veräusserungen mehr erwartet. Die Sondereinflüsse auf das Ergebnis des ersten Semesters werden somit insgesamt leicht positiv sein, bestätigte Büchner. An der Börse werden die Massnahmen begrüsst, Sulzer legen 3,4% zu. (awp/mc/ps/05

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