Suva: Mehrertrag von 155,9 Mio CHF erwirtschaftet

Im Jahr 2004 hatte die Suva (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA) noch einen Aufwandüberschuss von 21,7 Mio CHF verbucht. Dass sie das Geschäftsjahr 2005 so erfolgreich abgeschlossen habe, sei nicht immer so klar gewesen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Ulrich Fricker, laut Redetext am Freitag vor den Medien.


Massnahmen zur Schwachstellenbeseitigung
Die Immobilienverkäufe im Tessin und eine Strafuntersuchung gegen zwei Mitarbeiter der Suva hätten zu negativen Schlagzeilen in den Medien und kritischen Vorstössen auf politischer Ebene geführt. Gestützt auf drei Gutachten habe die Suva umgehend Massnahmen eingeleitet, um die Schwachstellen zu beseitigen. Mit dem Ertragüberschuss zeigten die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Massnahmen zur Gewährleistung des finanziellen Gleichgewichts Wirkung, sagte Geschäftsleitungsmitglied Ernst Mäder.


Prämien werden entlastet
Vollumfänglich den Versicherten zugute kommt der Kapitalertrag von 1,22 Mrd CHF. Um durchschnittlich rund 680 CHF pro versicherte Person werden die Prämien entlastet. Die Prämieneinnahmen der Nichtberufsunfallversicherung stiegen um 12,7% auf 2,15 Mrd CHF. Eine Prämienerhöhung per Anfang 2005 brachte diesen Versicherungszweig wieder ins finanzielle Lot.


Militärversicherung in Rechnung enthalten
Bei der Berufunfallversicherung betrug die Zunahme 4,2%, wie Mäder weiter ausführte. Dies geht hauptsächlich auf eine Erhöhung der Lohnsumme zurück. Erstmals in der Rechnung enthalten ist die Militärversicherung, die seit dem 1. Juli 2005 in die Suva integriert ist.


Rückstellungen erhöht
Die versicherungstechnischen Rückstellungen erhöhte die Suva um 8,6% auf 1,17 Mrd CHF. Steigende Ausgaben habe die Suva trotz leicht sinkender Unfallzahlen bei den Heilungskosten, Renten und Kapitalleistungen, sagte Mäder. Die Zunahme habe zwischen 3,2 und 5,3% betragen. Um 6,3% abgenommen haben die Kosten für Taggelder.


Zinsfuss senken
Fricker gab bekannt, dass die Suva dem Bundesrat beantragt, den technischen Zinsfuss auf Anfang 2007 von 3,25 auf 3% zu senken. Der Versicherungsverband will eine Senkung des seit 1972 unveränderten Zinsfusses auf 2,5%. Für die Suva ist das übertrieben. Es hätte einen markanten Prämienschub zur Folge.


Privatisierung sei nicht sinnvoll
Nicht sinnvoll ist aus Sicht Frickers eine Privatisierung der Suva. Eine Liberalisierung des Unfallversicherungsmarktes würde zwangsläufig zu einer Jagd auf die guten Risiken führen, sagte er.


Unfallzahlen praktisch unverändert
Die Unfallzahlen haben sich verglichen mit dem Vorjahr kaum verändert. Während die Berufsunfälle um rund 1% zugenommen haben, ist bei den Freizeitunfällen eine Abnahme um rund einem% zu verzeichnen. Bei der Militärversicherung wurden 34’602 Schadenfälle registriert – 187 weniger als 2005. (awp/mc/ab)

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