Swatch tickt im Erfolgstakt

Im ersten Halbjahr erwirtschaftete Swatch einen Bruttoumsatz von 3’031 (VJ 2’480) Mio CHF, wie das Unternehmen am späten Dienstagabend mitteilte. Dies ist ein Zuwachs von 22,2%, in Lokalwährungen wuchs der Bruttoumsatz gar um 24,1%. Der Nettoumsatz erhöhte sich um 22,1% auf 2’871 (2’352) Mio CHF.


Betriebsgewinnmarge um 50 Prozent gesteigert
Der Betriebsgewinn kletterte trotz des stark erhöhten Goldpreises und der traditionell vorsichtigen Preiserhöhungspolitik von Swatch um 81,4% auf 626 (345) Mio CHF. Die Betriebsgewinnmarge erhöhte sich damit auf 21,8 (14,7)%. Der Reingewinn wuchs um 54,5% auf 465 (301) Mio CHF, entsprechend einer Marge von 16,2 (12,8)%. Swatch hat überraschend früh die Halbjahreszahlen vorgelegt. Ursprünglich war die Publikation für den 18. August vorgesehen. Somit liegen auch noch kaum Analysten-Schätzungen vor. Patrik Schwendimann von der ZKB hatte einen Umsatz im ersten Halbjahr von 2’850 Mio CHF, einen EBIT von 510 Mio und einen Reingewinn von 406 Mio erwartet. Diese Vorgaben hat Swatch mit den ausgewiesenen Zahlen deutlich übertroffen.


Breit abgestütztes Wachstum
Das Wachstum sei in allen Segmenten und allen Regionen im Uhren- und Schmuckbereich „ausserordentlich stark“ gewesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die langfristig ausgerichtete Strategie des Konzerns mit der Präsenz in allen Segmenten, der integrierten Produktion in der Schweiz und der Distribution bis zum Endkonsumenten werde auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Im Uhren- und Schmucksegment stieg der Bruttoumsatz um 30,6% auf 2’572 Mio CHF. In Lokalwährungen betrug das Plus 32,9%. Im Vergleich zum Rekordhalbjahr 2008 konnte Swatch den Umsatz in Lokalwährungen um 10,1% steigern. Der Betriebsgewinn legte zum Vorjahr um 90,6% auf 547 Mio CHF, was einen markanten Anstieg der operativen Marge auf 22,5 (15,4)% zur Folge hatte.


Retail-Geschäft ausgebaut
Swatch habe im Uhrenbereich viele Marketingaktivitäten unternommen und das Retail-Geschäft ausgebaut. So wurden Boutiquen an wichtigen strategischen Lagen eröffnet, wie beispielsweise im Swatch Art Peace Hotel an bester Lage in Shanghai für die Marken Breguet, Blancpain, Omega und Swatch. In der Produktion ging der Bruttoumsatz um 5,1% auf 761 Mio CHF zurück. Dies habe damit zu tun, dass die Nachfrage nach Uhrwerken und Komponenten zeitlich verzögert auf jene nach Fertiguhren reagiere, so die Begründung. Dies war vor allem bei Bestellungen Dritter der Fall, wo der Umsatz um 22,2% auf 259 Mio CHF zurückging. Mittlerweile habe der Auftragsbestand für Dritte wieder die Vorjahreswerte erreicht. Der Produktionsumsatz für den Swatch-Konzern erhöhte sich um 7,0% auf 502 Mio CHF.


Produktion mit rückläufiger operativer Marge
Der Betriebsgewinn in der Produktion ging um 12,2% auf 65 Mio CHF zurück. Die operative Marge beläuft sich auf 8,8 (9,6)%. Die rückläufige Performance begründet Swatch mit dem beabsichtigten Erhalt der Arbeitsplätze trotz tieferer Kapazitätsauslastung. Seit Mai 2010 sei aber auch hier ein positiver Trend zu beobachten, so Swatch. Der Bruttoumsatz mit elektronischen Systemen erhöhte sich um 12,7% auf 207 Mio CHF. Dabei wurde ein Betriebsgewinn von 20 (2) Mio CHF und eine Marge von 9,8 (1,1)% erzielt.


Starker Juli
Im Juli sei die Gruppe weiter stark gewachsen, schreibt Swatch im Ausblick. Der Konzern erwartet auch für die zweite Hälfte 2010 „ein starkes Ergebnis im Umsatz wie im Gewinn“. Dabei sollen auch im zweiten Halbjahr 2010 die Retail-Aktivitäten weltweit ausgebaut werden, beispielsweise mit der Eröffnung der Breguet Boutique an der Bahnhofstrasse in Zürich. Die grosse Herausforderung werde sein, die bereits jetzt in gewissen Bereichen existierenden Kapazitätsengpässe in der Produktion schnell überwinden zu können. (awp/mc/ps/31)

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