Swiss: Bessere Auslastung und teurere Tickets


Mit ihrem verkleinerten Streckennetz kann die Fluggesellschaft Swiss eine bessere Auslastung verbuchen: Die Flüge waren in den ersten neun Monaten 2004 im Schnitt zu 75,2 Prozent ausgelastet. Das bedeutet eine Zunahme von 3,6 Punkten gegenüber der Vorjahresperiode, wie die Swiss am Dienstag bekannt gab.

In den ersten neun Monaten wurden auf 108’132 Flügen insgesamt 7 Mio Passagiere befördert. Im Interkontinentalverkehr stieg der so genannte Sitzladefaktor – definiert als das Verhältnis von verkauften zu angebotenen Sitzkilometern – um 3,6 Punkte auf 80,9 Prozent.

«Swiss in Europe»
Auf den Europastrecken ergab sich ein Plus von 3,1 Punkten auf 62,1 Prozent. Im September musste die Swiss allerdings im Europaverkehr eine weitere Einbusse hinnehmen. Im Vergleich zum September des Vorjahres, als die redimensionierte «Swiss in Europe» bereits zu günstigen Tarifen unterwegs war, schwächte sich die Auslastung um 2,9 Punkte auf 65,3 Prozent.

Auswirkungen durch verringerte Zahl der Umsteigepassagiere und den Winterflugplan 2003/04
Die Swiss nennt mehrere Gründe für den Rückgang der Auslastung in Europa. Im redimensionierten Streckennetz der Swiss wirke sich speziell während der Sommermonate der gesteigerte Anteil der Langstreckenpassagiere mit Ziel- oder Ursprungsland Schweiz aus. Die sehr gut ausgelasteten Interkontinentalflüge könnten weniger Umsteigepassagiere von und nach europäischen Destinationen aufnehmen, lautet die Erklärung der Swiss. Ebenfalls negativ würden sich die auf den Winterflugplan 2003/04 nicht mehr durchgeführten Linienflüge in den Balkan auswirken. Diese hatten im Sommer des Vorjahres hohe Auslastungszahlen erreicht.

Konkurrenzdruck durch Billigflieger
Ein weiterer Grund wird im zunehmenden Konkurrenzdruck durch die Billigflieger gesehen. Die interkontinentalen Flüge hingegen legte um 5,8 Punkte auf 83,8 Prozent zu. Über die ganze Fluggesellschaft gesehen erhöhte sich die Auslastung im September im Jahresvergleich um 3 Punkte auf 78,0 Prozent.

Hinter Air France/KLM aber vor British Airways und Lufthansa
Damit liegt die Swiss hinter Air France/KLM, aber minim vor British Airways und Lufthansa: Air France/KLM registrierte im September eine Auslastung von 79,5 Prozent (+1,5 Punkte), British Airways 77,9 Prozent (+2,2 Punkte) und Lufthansa 77,6 Prozent (+0,3 Punkte).

Erhöhung des Treibstoffzuschlags
Wegen der steigenden Ölpreise hat die Swiss am Dienstagabend eine Anhebung des Treibstoffzuschlags angekündigt. Die Tickets sollen ab Freitag teurer werden. Die auf Rekordniveau gestiegenen Preise für Rohöl und Kerosin machten eine Anpassung der Treibstoffzuschläge nötig, hiess es. Pro Europaflug steigt der Treibstoffzuschlag von 7 auf 15 CHF. Auf Langstreckenflügen werden nicht mehr 20, sondern 30 CHF zusätzlich verlangt. Weitere Anpassungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Treibstoffzuschläge waren im September eingeführt worden.

Höherer Treibstoffzuschlag auch bei anderen Fluggesellschaften
Vor der Swiss hat in den letzten Wochen bereits eine Reihe anderer Fluggesellschaften ihren Treibstoffzuschlag erhöht: Mehr bezahlen müssen die Passagiere der deutschen Lufthansa, der British Airways, der niederländischen KLM, der Air France, der Finnair sowie der kriselnden Alitalia und des Ferienfliegers Hapag-Lloyd. (awp/mc/gh)

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