Swiss fliegt operativ in die roten Zahlen

Harry Hohmeister

Swiss-CEO Harry Hohmeister.

Zürich – Die Fluggesellschaft Swiss ist in die roten Zahlen gerutscht. Sie hat in den ersten drei Monaten 2012 zwar den Betriebsertrag gegenüber der Vorjahresperiode um 2% auf 1’167 Mio CHF gesteigert, aufgrund schwierigen Marktumfeldes resultierte jedoch ein Verlust von 4 Mio. Im Vorjahr war in der Vergleichsperiode noch ein Gewinn von 16 Mio erwirtschaftet worden.

Gründe für den Verlust sind der anhaltende Druck auf die Durchschnittserlöse, die ungünstige Währungssituation und die hohen Rohstoffpreise, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. «Die Marktsituation bleibt schwierig, die Volatilität in unserer Industrie hat ein Niveau erreicht, das wir bisher nicht gekannt haben», wir CEO Harry Hohmeister in der Mitteilung zitiert. «Um den negativen Faktoren zu begegnen und eine dauerhafte Erfolgsbasis zu sichern, haben wir Anfang Jahr ein Programm zur Ergebnisverbesserung eingeleitet.»

Einstellungsstopp für Overhead-Funktionen
Als kurzfristige Massnahme wurden den Angaben zufolge unter anderem ein Einstellungsstopp für Overhead-Funktionen verhängt, Repräsentationsspesen und Kosten für externe Berater überprüft und reduziert. Im Lufthansa Mutter-Konzern laufe ein langfristiges strukturelles Ertragsverbesserungsprogramm, an dem auch die Swiss partizipiere. So würden derzeit unter anderem weitere Optimierungen der Kapazitäten und Möglichkeiten für zusätzliche Erträge geprüft. Gleichzeitig seien auf der Preisseite bereits Anpassungen vorgenommen und die Ticketpreise im Interkontinentalbereich leicht erhöht worden. Auch auf die steigenden Treibstoffpreise habe Swiss reagiert und die Zuschläge angepasst.

Deutlich mehr Passagiere
Wie bereits bekannt sind im ersten Quartal 3,61 Mio Passagiere mit Swiss geflogen, 5,1% mehr als in der Vorjahresperiode. Die Anzahl Flüge nahm um 1,2% auf 37’391 zu. Die Flüge waren im Durchschnitt mit 77,8% um 1,4 Prozentpunkte besser ausgelastet als in der Vorjahresperiode. Bezüglich Ausblick gibt sich Swiss vorsichtig. Man gehe davon aus, dass sich der volatile Trend im Verlaufe des Jahres 2012 fortsetzen dürfte. «Wir sehen derzeit keine rasche Markterholung voraus, auch die Rohstoffpreise und die Währungssituation werden sich auf kurze Frist kaum vorteilhaft entwickeln», so Hohmeister. (awp/mc/ps)

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