Swiss Life: Bruno Pfister neuer CEO – Rolf Dörig geht in den VR

Dörigs Posten soll Bruno Pfister übernehmen. Dörig soll im Verwaltungsrat vorerst als Delegierter walten. Im Jahr 2010 soll Dörig die Nachfolge von Verwaltungsratspräsident Bruno Gehrig übernehmen, der auf diesen Zeitpunkt aus dem Gremium ausscheiden wird, wie Swiss Life am Montag mitteilte. 2010 wird Gehrig 64 Jahre alt. Dann wolle er «etwas kürzer treten» und eine «Verjüngung an der Spitze von Swiss Life» ermöglichen, wird Gehrig in der Mitteilung zitiert.


Pfister rückt nach
An die Konzernspitze aufrücken soll im kommenden Mai Bruno Pfister. Der ehemalige Credit-Suisse-Manager trat im August 2002 als Finanzchef bei der Swiss Life ein und leitet heute das internationale Geschäft. Dörig und Gehrig waren vor fünf Jahren zur Swiss Life gestossen, um nach der Entlassung des damaligen Konzernchefs Roland Chlapowski und dem Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Andres Leuenberger den Scherbenhaufen aufzukehren.


Das Vertrauen der Anleger, Versicherten und der Belegschaft in die Swiss Life war wegen gravierender Fehler im Rechnungswesen und privaten Gewinnen des Managementes mit dem dubiosen Investmentvehikel LTS erschüttert. Vor dem Hintergrund sinkender Renditen in der beruflichen Vorsorge und hoher Konzernverluste lösten die privaten Gewinne von Chlapowski und fünf weiteren Managern eine Welle der Entrüstung aus. Dem grössten Schweizer Lebensversicherer wurde «Rentenklau» vorgeworfen.


Mit Dörig zurück auf den Erfolgsweg
2003 schrieb die ehemalige Rentenanstalt einen Rekordverlust von 1,7 Mrd CHF. Dörig, der zuvor während 17 Jahren für die Credit Suisse tätig war, riss das Steuer herum. Unter seiner Führung fand Swiss Life wieder in die Gewinnzone zurück. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Swiss Life einen Reingewinn von 954 Mio CHF. Nach dem ersten Halbjahr 2007 rechnete das 150-jährige Unternehmen damit, die erste Gewinnmilliarde bereits in diesem Jahr zu erreichen. Geplant war das erst für 2008. Insbesondere gelang es Dörig, das schwächelnde Schweizer Geschäft wieder fit zu trimmen. Dank starkem Kollektivgeschäft stiegen die Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr 2007 um 10% auf 6 Mrd CHF. Das liegt weit über dem Marktwachstum, das mit 1% beziffert wird.


Abschied vom Allfinanz-Abenteuer
Darüber hinaus verabschiedete sich Dörig mit dem Verkauf der Banca del Gottardo vom kostspieligen Allfinanz-Abenteuer. Damit kann sich die die Swiss Life auf das Versicherungsgeschäft konzentrieren. Vor Wochenfrist gab Swiss Life zudem den Verkauf des Geschäfts in den Niederlanden und in Belgien bekannt, was zu einer geografischen Bereinigung führt. Auch wenn Dörig in den Verwaltungsrat wechseln wird, wird er die Zügel dennoch nicht ganz aus der Hand geben. Denn Dörigs wichtigsten Aufgaben werden die Strategieentwicklung und die Überwachsung der Umsetzung sein. (awp/mc/ps)

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