Swiss: Manager verzichten auf Lohnprozente


Die Topmanager der Fluggesellschaft Swiss verzichten auf einen Teil des Lohns, die Regionalflotte wird ausgegliedert. Bei Swiss überschlagen sich die Ereignisse wieder. Die Aktie dankt’s und legt kräftig zu.

Von Lukas Schweizer


«Swiss» fliegt jetzt auch unter «Swiss Express».(keystone)
Swiss Express, die neue Regionalfuglinie der Swiss, wird eine 100-prozentige Tochter der Swiss mit eigenem Verwaltungsrat und eigener Geschäftsleitung. Ein detaillierter Businessplan ist in Arbeit. Die Projektleitung liegt bei Manfred Brennwald, Managing Director Operations, designierter CEO ist der 37-jährige Björn Näf, bisher verantwortlich für Product & Services bei der Swiss. Ab Winterflugplan 2003/04 tritt Swiss Express als Operator für Swiss auf und führt Zubringer- und Nischenflüge aus. Die Flugzeugflotte umfasst folgende Typen: Saab 2000, Avro 85/100, Embraer 145 und später voraussichtlich die neuen Embraer 170 und 195. Mit der neuen Gesellschaft reagiert die Airline auf die widrigen Marktbedingungen. Die Kosten sollen um rund 20 Prozent gesenkt werden und besonders im Europaverkehr sollen kostengünstige Verbindungen angeboten werden. Ob Swiss damit allerdings mit den Billiganbietern wie Easyjet mithalten kann, ist fraglich.


Manager verzichten auf Lohnprozente
Mit dem Verbesserungsprogramm «Target Turnaround» spart die Swiss bereits 600 Millionen Franken, davon rund 500 Millionen im laufenden Jahr. Da die Erträge im Luftverkehr in absehbarer Zeit eher sinken werden, die unbeeinflussbaren Kosten jedoch tendenziell ansteigen, könnte die Ergebniserosion nur mit einer weiteren Senkung der Produktionskosten verhindert werden. Weitere Einsparungen bei den Personalkosten mit dem Ziel die für dieses Jahr budgetierte eine Milliarde Franken Lohnkosten um 10 Prozent zu senken, sein deshalb unumgänglich. Um mit dem gutem Beispiel voran zu gehen, habe das Topmanagement ab sofort eine 14-prozentige freiwillige Kürzung des eigenen Salärs beschlossen.


Gewerkschaften begrüssen den Entscheid
Hinter dem Entscheid steht aber möglicherweise auch die Absicht, den andauernden Streit zwischen den ehemaligen Swissair und den Crossairpiloten beizulegen. Ein Basler Schiedsgericht, wird demnächst entscheiden, ob den 150 früheren Crossairpiloten zu recht gekündigt wurde oder ob sie wieder eingestellt werden müssen. Laut Christian Frauenfelder, Gewerkschafts-Sprecher der Aeropers, ist der Zwist aber mit diesem Schritt nicht beigelegt. Das ehemalige Syndikat der Swissairpiloten begrüsst den Strategiewechsel der Swiss-Geschäftsführung. Er sei nötig gewesen, da die Struktur der Ex-Crossair immer noch zu gross sei.Auch Hans-Jacob Heitz, Präsident der Schutzvereinigung Schweizer Anleger SVSA, befürwortet die Aufteilung. Die Regionalflotte solle an die kürzeren Flugzeiten und die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Die Interkontinentalflotte müsse sich durch besonders ausgeprägte Qualität von der Konkurrenz abheben. Aktie gewinnt
Die Swiss-Aktie ist nach den Neuigkeiten aus Basel gut in den Handelstag gestartet. Bis um 11.00 Uhr legte das Papier um 17 Prozent zu, während der Gesamtmarkt SPI 1,18 Prozent stärker notierte. Ein Händler der Banque Pictet sieht in dem bisherigen Aktienkurs einen möglichen Zusammenbruch des Unternehmens eingepreist. Der Swiss-Vorstand will nun retten, was noch zu retten ist. Und das hilft dem Kurs, wird er zitiert. Ein anderer Marktteilnehmer verwies auf den kleinen Teil handelbarer Aktien. Dies begünstige grössere Kursbewegungen.Lukas Schweizer (swisscontent)

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