Swisscom wächst dank Fastweb wieder

Der Umsatz stieg im ersten Semester 2007 dank Fastweb, die seit dem 22. Mai konsolidiert wird, um gut 7% auf 5,1 Mrd CHF. Das Wachstum im zweiten Quartal ohne Fastweb lag bei 1,6%. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA erreichte in der Berichtsperiode einen Wert von 2,0 Mrd CHF, was einem Wachstum von 12,6% entspricht.


Unter dem Strich verblieb dem Konzern ein um gut ein Viertel höherer Reingewinn von 936 (VJ 758) Mio CHF nach Abzug der Minderheitsanteile. Grund für den deutlichen Gewinnanstieg war der Rückkauf des Vodafone-Anteils an Swisscom Mobile im Dezember 2006, womit Swisscom keine Dividenden an Vodafone mehr ausschütten muss. Zudem fielen im Vorjahr angefallene Rückstellungen im Zusammenhang mit Interkonnektionsverfahren weg.


Anschlussverluste stabilisieren sich
Im Festnetzgeschäft, dem grössten Konzernbereich, sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 6,7% auf 2,2 Mrd CHF. Zufrieden zeigte sich Konzernchef Carsten Schloter mit der Stabilisierung der konkurrenzbedingten Anschlussverluste, die im zweiten Quartal noch 15’000 betrugen. Ein quartalsweiser Rückgang um 12’000-15’000 Anschlüsse sei ’normal›, so Schloter. Die Mobilfunksparte erzielte einen Umsatz von 2,0 Mrd CHF (+1,9%). Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde ging dabei auf 60 von 65 CHF zurück; die Kundenzahl erhöhte sich aber um 307’000 auf 4,78 Mio.


Bluewin TV & Betty enttäuschen
Weniger erfreut äusserte sich Schloter zur Geschäftsentwicklung der neuen TV-Produkte von Swisscom. Für das Internetfernsehen Bluewin TV rechnet er bis Ende Jahr mit gerade mal 80’000 Abonnenten, nach 50’000 zum Halbjahr. Aufgrund der hohen Installationskosten hat der Telekomkonzern die Vermarktung von Bluewin TV praktisch eingestellt, was sich auf die Entwicklung der Abonnentenzahlen auswirkt: Pro Monat kommen nur noch 5’000 Neukunden dazu.


Im ersten Halbjahr 2007 reduzierten Bluewin TV und die interaktive Fernbedienung ‹Betty› den EBITDA von Swisscom um 44 Mio CHF resp. rund 60 Mio CHF. Bei ‹Betty› müsse Swisscom über eine Neuausrichtung nachdenken, sagte der Konzernchef. In Deutschland hat das Produkt bisher nur gut 100’000 Kunden gefunden, in der Schweiz sind es knapp 10’000.


Guidance angehoben
Für das Gesamtjahr 2007 hat der Telekomkonzern nach der Fastweb-Akquisition seine Guidance angehoben. Neu wird der Umsatz auf 11,2 bis 11,3 Mrd CHF und der EBITDA auf 4,4 bis 4,5 Mrd CHF geschätzt. Die Investitionen sollen auf 1,9 bis 2,0 Mrd CHF zu liegen kommen. Bisher rechnete Swisscom mit einem Umsatz von rund 9,7 Mrd CHF und einem EBITDA von 3,9 Mrd CHF. Die Investitionen wurden 2007 und 2008 bei je rund 1,4 Mrd CHF gesehen.


Rückzug von New Yorker Börse
Am Morgen hatte Swisscom zudem detaillierter über den Rückzug von der New Yorker Börse informiert, der nun per 31. August definitv vollzogen wird. Die Massnahme soll dem Konzern laut Finanzchef Ueli Dietiker jährliche Einsparungen im hohen einstelligen Millionenbereich bringen.


Aktie reagiert positiv
Insgesamt hat Swisscom mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten etwas übertroffen. Enstprechend positiv fielen die Kommentare aus: Swisscom habe ein solides Zahlenset vorgelegt, hiess es. Die Anleger reagierten mit Käufen, Swisscom Namen zählten den ganzen Tag über zu den stärksten Werten im SMI. Bis um 16.30 Uhr verzeichneten die Aktien ein Plus von 5,72% auf 434,50 CHF, der SMI kletterte um 2,42%. (awp/mc/pg)

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