Temenos mitschuldig an Banken-Crash?

Seit dem vergangenen Wochenende ist klar, dass Schottlands grösste Bausparkasse Dunfermline Building Society (DBS) von der Finanzkrise arg in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Der britische Schottland-Minister Jim Murphy sagte laut britischen Medien, das Finanzinstitut sei in «ernsthaften Schwierigkeiten». Wie die Bank of England mitteilte, wird nun der Konkurrent Nationwide die Hauptteile von DBS übernehmen. Für die übrigen Teile wurde Insolvenz angemeldet.
 
31 Mio. Pfund mit Outsourcing-Tochter verloren
Wie Murphy sagte, ist das 1869 gegründete Finanzinstitut einerseits wegen der globalen Finanzkrise, aber auch wegen «rücksichtsloser Entscheidungen» («reckless decisions») des vorherigen Managements ins Schlingern geraten. Britische IT-Medien wie ‹Computerworld› und ‹eWeek› wissen derweil zu berichten, dass die Gründung einer eigenen Outsourcing-Tochter vor einigen Jahren zum Crash beigetragen haben könnte. Die Bank habe mit der Outsourcing-Tochter Dunfermline Solutions rund 31 Millionen Pfund verloren, heisst es.
 
T24-System erfolgreich eingeführt
Die DBS-Tochter sei in Zusammenarbeit mit dem Genfer Bankensoftwarehersteller Temenos gegründet worden, heisst es in den Berichten. Die Gründung sei damals als «Achterbahnfahrt» bezeichnet worden, weil Temenos noch keine Erfahrung im britischen Bausparkassen-Markt hatte, berichtet ‹eWeek›. Die IT-Tochter bot demnach IT-Dienstleistung und Backoffice-Services auf Basis der Kernbankensoftware Globus an, dem Vorgänger des jetzigen T24-Systems. Was genau schief gegangen sein soll, ist nicht klar. Die Bank hatte jedenfalls erst kürzlich, nämlich im vergangenen November, T24 eingeführt ? erfolgreich. (Inside-IT/mc)

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