TUI verkauft Tochter VTG an französische Gesellschaft

«Mit diesem Schritt haben wir die Fokussierung unserer Logistik-Aktivitäten auf die Schifffahrt zügig abgeschlossen und können durch den Verkauf unsere Nettoverschuldung um rund 400 Millionen Euro zurückführen», sagte TUI-Chef Michael Frenzel. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht. Kreisen zufolge soll er «deutlich» über 400 Millionen Euro liegen. «Wir sind mit dem Erlös hochgradig zufrieden», sagte ein TUI-Sprecher auf Anfrage.


Deutsche Bahn konnte nicht mithalten
Die Deutsche Bahn, die bis zuletzt mitgeboten hatte, kam wegen des finanziell schlechteren Angebots nicht zum Zuge. Das Geschäft soll bis Ende September abgeschlossen werden, hiess es. Kartellbehörden und TUI-Aufsichtsrat müssen dem Verkauf der VTG – mit 45.000 Kessel- und Eisenbahngüterwagen die grösste private Vermietgesellschaft in Europa – noch zustimmen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2004 mit 5 00 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro.


Auf den Touristikbereich konzentrieren
TUI hatte sich in den vergangenen Jahren von zahlreichen Nebengeschäften getrennt, um sich stärker auf den Touristikbereich konzentrieren zu können. Zweites Standbein ist die Schifffahrt-Logistik Hapag-Lloyd, die nach dem gescheiterten Börsengang 2004 im Konzern verbleibt. Bis Jahresende will sich TUI noch von seiner US-Stahlhandelstochter PNA trennen.


Aktie steigt
An der Börse wurde der lange angekündigte Verkauf mit Kursaufschlägen honoriert. Die TUI-Aktie legte bis Mittag um 0,93 Prozent auf 20,58 Euro zu. Der deutsche Aktienindex DAX stieg gleichzeitig um 0,14 Prozent auf 4.516,68 Punkte. «Durch den erwarteten Geldzufluss von 400 Millionen Euro, der genau unseren Erwartungen entspricht, kann das Unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt machen, seine Nettoverschuldung bis Ende 2005 unter zwei Milliarden Euro zu drücken», sagte Analyst Nils Lesser von Merck Finck & Co. Die Nettoverschuldung betrug zum Ende des ersten Quartals 3,4 Milliarden Euro. «Das Geschäft ist absolut in Ordnung», sagte auch Analystin Oana Floares von HelabaTrust. Der Käufer Compagnie Européenne de Wagons gehört zu einem Fonds, der von der Investmentgesellschaft IPE-Ross verwaltet wird. Die Gesellschaft investiert den Angaben nach vor allem in etablierte internationale Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. (awp/mc/gh)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.