UBS: Milliardenverlust im ersten Quartal – Weitere Kapitalerhöhung um 15 Mrd CHF

Der Fehlbetrag ist auf Verluste und Abschreibungen auf Positionen im US-Immobilienmarkt von 19 Mrd USD zurückzuführen, wie einer Mitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist. Im Global Wealth Management & Business Banking dürfte im ersten Quartal ein Vorsteuergewinn von 2,1 Mrd CHF anfallen. Für das Global Asset Management rechnet die Bank mit ungefähr 0,3 Mrd CHF.


Vorsteuerverlust von 18 Mrd CHF im Investment Banking
Das Investment Banking wird im ersten Quartal 2008 einen Vorsteuerverlust von 18 Mrd CHF ausweisen. Darin eingeschlossen sind die erwähnten Abschreibungen und Verluste im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängenden strukturierten Krediten. Im weiteren gab es negative Auswirkungen durch Auctions Rate Certificates. Die Ergebnisse im Equities-Geschäft und Investment Banking seien zufriedenstellend, wenngleich tiefer als im 1. Quartal 2007 und im 4. Quartal 2007. Allerdings hätten sich auch die Kosten zurückgebildet. Aus dem Ergebnis vor Steuern des Corporate Centers (einschliesslich der buchhalterischen Auswirkungen der Pflichtwandelanleihe), den Minderheitsanteilen und den Steuern ergibt sich ein positiver Beitrag von 3,5 bis 4,0 Mrd CHF.


Buchhalterische Effekte von rund 6 Mrd CHF
Das Ergebnis enthalte ferner buchhalterische Effekte von rund 6 Mrd CHF, die mehrheitlich aus dem Corporate Center resultieren.


‹Ergebnisse der meisten Geschäfte akzeptabel›
In Anbetracht des aktuellen Marktumfeldes im 1. Quartal 2008 seien die Ergebnisse der meisten Geschäfte akzeptabel, ist weiter zu lesen. Die Marktbedingungen im Zusammenhang mit den Positionen in US Wohnhypotheken hätten sich im 1. Quartal und speziell im Monat März weiter verschlechtert. Dies habe zu weiteren Abschreibungen und Verlusten im Fixed Income, Currencies and Commodities Geschäft (FICC) der Investment Bank geführt. UBS hat alle verfügbaren Marktparameter und Indizes eingesetzt, um die eigenen Positionen zu bewerten.


Nettoabfluss erwartet
Für das 1. Quartal 2008 erwartet Global Wealth Management & Business Banking einen Nettonneugeldzufluss, Global Asset Management erwartet einen Nettoabfluss.


Risikogewichtete Aktiven reduziert
UBS habe die risikogewichteten Aktiven reduziert und Massnahmen zur Kostenkontrolle und Stärkung der Organisationsstruktur eingeleitet. Allerdings bleibe das Marktumfeld schwierig. «Obwohl wir unsere Engagements im US-Immobilienmarkt weiterhin stark abbauen wollen, sind wir nicht bereit, diese Anlagen um jeden Preis zu verkaufen», wird CEO Marcel Rohner zitiert. Mit diesen Massnahmen habe UBS die Grundlage gelegt, um einen der schwierigsten Zeitabschnitte in der Geschichte der Finanzindustrie zu bewältigen, so Rohner weiter.


Ordentliche Kapitalerhöhung im Umfang von 15 Mrd CHF vorgeschlagen
Wie der Meldung weiter zu entnehmen ist, schlägt der Vewaltungsrat der Generalversammlung eine ordentliche Kapitalerhöhung im Umfang von 15 Mrd CHF vor. Stimmen die Aktionäre dem Antrag zu, werde die Kapitalerhöhung durch Zuteilung von Bezugrechten an die Aktionäre durchgeführte. Die Bezugsrechte berechtigen zum Bezug neuer Aktien der UBS zu einem Bezugspreis und Bezugsverhältnis, welche zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden, heisst es weiter. Die Bezugsrechte werden voraussichtlich von Ende Mai bis Anfang Juni 2008 an der SWX und an der New York Stock Exchange gehandelt.


Erhöhung des Aktienkapitals
Der VR wird die Aktionäre an der GV vom 23. April bitten, der Erhöhung des Aktienkapitals von bisher 207’354’734,401 CHF um bis zu 125’000’000 CHF auf maximal 332’354’734,401 CHF durch die Ausgabe bis zu 1’250’000’000 voll zu liberierenden Namenaktien zum Nennwert von je 0,10 CHF zuzustimmen.


Bankensyndikat
Die vorgeschlagene Kapitalerhöhung sei von einem Bankensyndikat unter Führung von JPMorgan, Morgan Stanley, BNP Paribas und Goldman Sachs fest übernommen worden, schreibt die UBS weiter. Unter Einschluss des Erlöses aus der Bezugsrechtsemission wird sich gemäss Mitteilung die Gesamtkapitalquote auf ungefähr 14,0% und die Kernkapitalquote auf ungefähr 10,6% belaufen. (awp/mc/gh)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.