Überraschend gute US-Konjunkturdaten drücken Euro unter 1,28 Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Kurs zuvor auf 1,2782 (Mittwoch: 1,2786) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7824 (0,7821) Euro.


Daten zu US-Einzelhandel besser als erwartet
Am frühen Nachmittag hätten überraschend gute Daten zu den Umsätzen im US-Einzelhandel den Kurs des Euro zeitweise deutlich unter die Marke von 1,28 Dollar gedrückt, hiess es von Händlern. Zuvor habe jedoch die Zinssenkung der Schweizer Notenbank für den Höhepunkt des Tages an den Devisenmärkten gesorgt und ungewöhnlich starke Kursbewegung augelöst, sagte der Experte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Mit der Zinsentscheidung ist der Kurs des Schweizer Franken im Handel mit dem Euro massiv abgerutscht. «Das war grosses Kino», beschrieb Experte Keller die Stimmung unter den Händlern.


Franken verabschiedet sich aus Reihe der Krisenwährungen
Bisher galt der Schweizer Franken ähnlich wie der US-Dollar unter den Anlegern als ein Zufluchtsort in stürmischen Börsenzeiten. Mit der jüngsten Entscheidung der Schweizer Nationalbank, den Leitzins auf nahe Null zu kappen, hätten die Währungshüter in Zürich aber klar auf eine Abwertung des Franken abgezielt, sagte Experte Keller weiter. «Die Schweizer Währung hat sich damit ab heute aus der Reihe der Krisenwährungen verabschiedet.» Dagegen hätten die schlimmer als befürchtet ausgefallenen Daten zur deutschen Industrieproduktion an den Devisenmärkten kaum eine Rolle gespielt, so Keller. Nach den starken Einbrüchen bei den Auftragseingängen sei dies von den Anlegern mehr oder weniger erwartet worden.


Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,93080 (0,92550) britische Pfund , 124,30 (125,35) japanische Yen und 1,5225 (1,4772) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 925,25 (899,50) Dollar gefixt. (awp/mc/pg/28)

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