UniCredit steigert Gewinn und Ertrag stärker als erwartet

Dies teilte die im EuroSTOXX 50 notierte Bank am Freitag in Mailand mit. Experten hatten wegen geringerer Erlöse aus Beteiligungsverkäufen mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Auch bei den Erträgen schnitt die Bank besser als erwartet ab. Die Erträge stiegen um 9,4 Prozent auf 6,55 (Prognose: 6,44) Milliarden Euro.


Deutliche Zuwächse beim Provisionsüberschuss
Bei den einzelnen Erträgen verzeichnete die Bank, die mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Capitalias wieder an Intesa SanPaolo vorbeizieht und wieder die grösste Bank Italiens ist, vor allem beim Provisionsüberschuss deutliche Zuwächse. Dieser sei im zweiten Quartal um elf Prozent auf 2,33 Milliarden Euro gestiegen. Im Zinsgeschäft stieg der Überschuss um acht Prozent auf 3,19 Milliarden Euro. Wegen eines Sondereffekts infolge der Bewertung einer Generali-Position ging das Handelsergebnis um ein Prozent auf 559 Millionen Euro zurück. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Plus 15 Prozent betragen.


200 BPH-Filialen an GE verkauft
Die italienische Bank verkauft 200 Filialen ihrer Polen-Tochter BPH an die GE Money Bank des US-Mischkonzerns General Electric (GE) . Als Kaufpreis seien 625,5 Millionen Euro vereinbart, teilte die UniCredit am Freitag weiters mit.


Kaufpreis überraschend niedrig
UniCredit hatte bereits seit April exklusive Gespräche mit der Finanzsparte von GE geführt. Der Kaufpreis fällt überraschend niedrig aus – Analysten hatten den Wert des zum Verkauf stehenden Paketes auf bis zu 2 Milliarden Dollar geschätzt.


HVB voll übernommen
Der Verkauf soll über die Bühne gehen, wenn die Übertragung eines Teils der früheren Bank-Austria-Tochter BPH an die andere polnische UniCredit-Tochter Pekao abgeschlossen ist. Zum Verkauf standen 66 Prozent an der polnischen Unicredit-Tochter BPH. Die restlichen Anteile verschmilzt die italienische HypoVereinsbank-Mutter mit ihrer anderen polnischen Banktochter Pekao. UniCredit hatte BPH 2005 mit dem Kauf der damaligen BA-CA-Mutter HVB voll übernommen. Nach der HVB-Übernahme stiess UniCredit mit ihren Plänen für das polnische Geschäft jedoch auf zunehmenden Widerstand bei Regulierungsbehörden und Politikern. In Warschau wurde eine zu dominante Stellung der UniCredit befürchtet, die in Polen bereits die Bank Pekao besitzt. (awp/mc/ab)

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