Unique: Halbjahresgewinn bricht um über 40 Prozent ein

Der Umsatz sank um 6,8% auf 395,7 (VJ 424,7) Mio CHF. Die Aviation-Erträge seien um 8,3% auf 238,6 Mio CHF und die Non-Aviation-Erträge um 4,4% auf 157,1 Mio CHF zurückgegangen, teilte die Flughafenbetreiberin am Freitag mit. Neben dem tieferen Verkehrsvolumen trug im Flugbereich auch die Teilung der Lärmgebühren mit dem Kanton Zürich ab dem 1. Juli 2008 zum Umsatzrückgang bei.


Höhe der voraussichtlichen Lärmkosten bekräftigt  
Diese Entwicklungen wirkten sich auch auf das Betriebsergebnis aus. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA reduzierte sich um 16,9% auf 188,2 (226,5) Mio CHF, die entsprechende Marge fiel auf 47,6 (53,3)%. Der EBIT lag um 29,6% tiefer bei 94,6 (134,4) Mio CHF und ohne Fluglärmproblematik auf 84,0 (106,7) Mio CHF. Unter dem Strich resultiere ein um 40,9% tieferer Reingewinn von 47,2 (79,8) Mio CHF. Ohne Berücksichtigung der Buchungen im Zusammenhang mit dem Fluglärm läge der Konzerngewinn bei 40,2 (60,5) Mio CHF. Unique geht nach wie vor von voraussichtlichen Lärmkosten von rund 760 Mio CHF aus.


Ergebnis unter Markterwartungen
Damit hat Unique die Schätzungen der Analysten verfehlt. Im Vorfeld hatten Analysten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 397,0 Mio, einen EBITDA von 197,5 Mio, einen EBIT von 103,1 Mio und einen Reingewinn von 58,9 Mio CHF geschätzt. In der Berichtsperiode gingen die Passagierzahlen um 3,8% zurück. Dabei verzeichnete der Flughafen vor allem bei den Lokalpassagieren einen deutlichen Rückgang. Das Transferpassagiervolumen erhöhte sich hingegen um 1,6%. Im europäischen Vergleich sei der Verkehrsrückgang aber moderat, so Unique. Die Flugbewegungen reduzierten sich um 8%. Viele Fluggesellschaften hätten ihr Angebot den wirtschaftlichen Umständen angepasst, heisst es.


Rückläufige Zinserträge aus Lärmfonds
Der Nettofinanzaufwand erhöhte sich auf 38,4 Mio CHF. Rund die Hälfte der Zunahme sei dabei auf lärmrelevante Faktoren zurückzuführen. Einerseits sei die Aufzinsung der Rückstellungen für formelle Enteignungen erstmalig enthalten, andererseits seien die Zinserträge aus dem Airport Zurich Noise Fund rückläufig, weil ein Teil dem Kanton Zürich überwiesen wurde, so Unique. Die übrige Zunahme ist auf die Ausgabe der Anleihe von 225 Mio CHF im Frebruar zurückzuführen.


Schengen-Vorgaben umgesetzt
Unique tätigte im ersten Halbjahr Investitionen von 77,5 Mio CHF. Einen Grossteil davon investierte die Gruppe in das Projekt «Zürich 2010» (28,6 Mio). Mit dem Projekt hat die Fluhafenbetreiberin die Vorgaben des Schengener Abkommens für die Passagierinfrastruktur umgesetzt. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Unique mit einem Passagierrückgang zwischen 3 und 5%. Auch im Non-Aviation-Bereich sei im zweiten Semester mit einem Ertragsrückgang zu rechnen, so Unique. Unter Berücksichtigung dieser Verkehrsprognose und des Ganzjahreseffektes aus der Teilung der Lärmgebühren rechnet die Flughafenbetreiberin mit einem Gewinnrückgang von 15 bis 20%.  (awp/mc/ps/06) 

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