US-Ausblick: Erholung nach kräftigen Verlusten erwartet

Vor allem nach der kräftigen Talfahrt am Dienstag, als zahlreiche enttäuschte Investoren nach ausgebliebenen Zinssenkungssignale im Protokoll zur jüngsten Fed-Sitzung Aktien abstiessen, dürften nun wieder Schnäppchenjäger aktiv werden, sagten Händler.


Der Future auf den S&P-500-Index gewann gegen 14.45 Uhr 0,52 Prozent auf 1.445,75 Zähler. Am Dienstag hatte der marktbreite Standardwerte-Index 2,35 Prozent auf 1.432,38 Punkte abgegeben. Der Future auf den NASDAQ 100 rückte um 0,51 Prozent auf 1.917,50 Zähler vor. Tags zuvor war der Auswahlindex um 2,48 Prozent auf 1.899,24 Punkte gefallen.


Konjunkturdaten stehen mit Ausnahme des wöchentlichen Ölberichts vom Energieministerium nicht auf der Agenda. Insgesamt dürfte es ein ruhiger Handelstag werden, denn nur wenige Unternehmen stehen mit Neuigkeiten im Fokus.


Altria dürften wegen der anstehenden Entscheidung des Verwaltungsrats über eine Abspaltung der internationalen Zigarettensparte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Altria verfügt mit Marlboro über die absatzstärkste Zigarettenmarke. Die Aktien standen vorbörslich etwa 2 Prozent im Plus.


Wie ausserdem am Dienstag nach Börsenschluss bekannt wurde, will der Finanzchef des Suchmaschinenbetreibers Google, George Reyes, zum Jahresende von seinem Amt zurücktreten. Reyes werde dem Unternehmen aber bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich sein, hiess es. Google rechnet damit, dass der Wechsel noch vor Januar 2008 über die Bühne geht. Der 53-jährige Reyes ist seit 2002 Finanzchef der Internetfirma. Einen Grund für seinen Rücktritt nannte er in der Mitteilung nicht.


In den Blick der Anleger könnte auch die Oracle-Aktie rücken. Europas grösster Softwarehersteller SAP möchte das vom Erzrivalen angestrengte Industriespionage-Verfahren so schnell wie möglich aussergerichtlich beilegen. «Im Interesse aller Beteiligten, auch unserer Kunden, sollte dieser Fall umgehend gelöst werden. Entgegen der Meinung von Oracle sind wir der Auffassung, dass dies auch möglich ist», teilte SAP mit. Im Tagesverlauf dürften zudem die Aktien von Novell in den Blick rücken, da der Software-Hersteller Zahlen für das zweite Quartal bekannt gibt.


Der Computerkonzern IBM profitiert in Deutschland von der Unsicherheit über die Zukunft der Telekom-Sparte T-Systems. «Wir stellen in Wettbewerbssituationen fest, dass die Stabilität von IBM hilft, Kunden zu gewinnen», sagte IBM-Manager Michael Diemer der «Financial Times Deutschland». Der IBM-Deutschlandchef für das Geschäft mit IT-Dienstleistungen habe sich zwar nicht direkt zu den Umbauplänen beim Rivalen T-Systems geäussert, so die Zeitung. Allerdings habe Diemer gesagt: «Die Stabilität des Anbieters ist dabei ein wichtiges Argument.»


Wie die Internet-Firma Earthlink am späten Dienstagabend mitteilte, wird sie 900 ihrer insgesamt 1.900 Beschäftigten entlassen und vier Niederlassungen schliessen, um Kosten zu sparen. Die Restrukturierungs- und Personalabbaukosten für den Internet-Service-Anbieter werden auf 60 bis 70 Millionen Dollar (51,5 Mio Euro) beziffert. (awp/mc/pg)

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