US-Ausblick: Schwächer – Wachovia nährt Kreditsorgen weiter

Die Turbulenzen an den Kreditmärkten erhielten mit der Ankündigung weiterer Belastungen durch Wachovia neue Nahrung. Für die Technologietitel gebe die schwache QUALCOMM-Prognose einen schwächeren Trend vor. Mit einem Einblick in die Stimmung der US-Verbraucher dürfte der Index zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im Verlauf wichtige Impulse geben.


Der Future auf den S&P-500-Index verlor gegen 14.40 Uhr 1,08 Prozent auf 1.459,50 Zähler, nachdem sich der marktbreite Index am Donnerstag nach zwischenzeitlich deutlicheren Verlusten mit minus 0,06 Prozent kaum verändert hatte und bei 1.474,77 Zählern aus dem Handel gegangen ist. Der Future auf den NASDAQ 100 rutschte um 1,45 Prozent auf 2.075,00 Punkte ab. Am Vortag verlor der Technologie-Index 2,92 Prozent auf 2.106,16 Punkte.


Nach den Konjunkturdaten weiteten die Futures kurz vor Handelsstart ihre Verluste etwas aus. Die Einfuhrpreise im Oktober sind deutlich stärker als erwartet gestiegen. Das Preisniveau hat sich zum Vormonat um 1,8 Prozent erhöht, erwartet wurde eine Steigerung um 0,9 Prozent. Das schüre vorhandene Inflationssorgen, hiess es. Das Defizit in der Handelsbilanz ging im September dagegen überraschend zurück.


Wachovia tendierten vorbörslich sehr schwach. Die US-Bank rechnet im laufenden Quartal mit weiteren Belastungen aus der Kreditmarktkrise. Im Schlussquartal sei mit einem Anstieg der Risikovorsorge für Kreditausfälle auf das Rekordniveau von 500 bis 600 Millionen US-Dollar zu rechnen, hiess es in einer am Freitag veröffentlichten Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Zudem habe die Bank im Oktober erneut 1,1 Milliarden Dollar in Folge der Neubewertung von Kreditpositionen abschreiben müssen.


Noch deutlichere Abschläge gab es im vorbörslichen Handel für QUALCOMM . Der Chiphersteller hat im vierten Geschäftsquartal den Gewinn zwar fast verdoppelt und die Erwartungen damit übertroffen. Mit den Zielvorgaben für das kommende Geschäftsjahr bleibe QUALCOMM allerdings unter den Analystenprognosen, hiess es am Markt. So rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn zwischen 0,50 und 0,52 Dollar je Aktie für das folgende Quartal und zwischen 2,03 und 2,09 Dollar für das Gesamtjahr. Die Markterwartungen hätten dagegen bei 0,52 und 2,18 Dollar gelegen.


Walt Disney sollten nach Zahlen ebenfalls im Auge behalten werden. Der US-Unterhaltungskonzern hat im vierten Quartal etwas mehr verdient als von Analysten erwartet, die Umsatzprognosen aber leicht verfehlt.


Merck & Co tendierten vorbörslich gegen den Markttrend fester. Der amerikanische Pharmakonzern hat sich im jahrelangen Rechtsstreit in Zusammenhang mit dem 2004 vom Markt genommenen Schmerzmittel Vioxx zur Zahlung von 4,85 Milliarden Dollar bereiterklärt. Auch Applied Materials sind vorbörslich gefragt. JP Morgan hat die Papiere des Halbleiter-Ausrüsters von «Hold» auf «Overweight» angehoben und die Gewinnprognose für 2008 von 1,35 auf 1,50 Dollar je Aktie erhöht. Begründet wird dies von den Experten mit dem «explosiven Potenzial» im Solargeschäft. (awp/mc/ab)

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