US-Ausblick: Unverändert – Kreditsorgen bleiben bestehen

An der Wall Street wachse die Sorge, die eingeengte Kreditsituation könnte Fremdfinanzierungen bei den Unternehmen schmerzlich einschränken, hiess es. Zwar habe die Fed mit Liquiditätsspritzen und der Diskontsatzsenkung bereits einiges getan, der Markt erwarte aber noch mehr – es werde auf eine Leitzinssenkung spekuliert.


Der Future auf den S&P-500-Index gewann gegen 14.35 Uhr 0,19 Prozent auf 1.451,75 Zähler. Am Montag hatte der marktbreite Index 0,03 Prozent auf 1.445,55 Zähler verloren. Der Future auf den NASDAQ 100 stieg um 0,12 Prozent auf 1.900,00 Punkte, nachdem der Auswahlindex am Vortag um 0,23 Prozent auf 1.893,05 Punkte zugelegt hatte.


Neugierig erwarteten Anleger auch das Ergebnis eines hochrangig besetzten Treffens in Washington anlässlich der US-Hypothekenkrise. An dem Gespräch sollen US-Notenbankchef Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson teilnehmen, hiess es in einer Mitteilung des Vorsitzenden des Bankenausschusses des US-Senats, Christopher Dodd.


Belastend wirkten Nachrichten vom US-Finanzkonzern Capital One auf die Stimmung am Markt, hiess es. Das Unternehmen trennt sich von seinem Massenhypotheken-Geschäft. Der Schritt belastet das Ergebnis im laufenden Jahr mit 860 Millionen US-Dollar. Im Zusammenhang mit der Schliessung von GreenPoint Mortgage würden 1.900 Arbeitsplätze abgebaut. Die Aktien des Finanzkonzerns zeigten sich vorbörslich fest.


Auch McDonald’s-Aktien sollten beobachtet werden. Die US-Schellrestaurantkette hat Europa zu seinem wichtigsten Wachstumsmarkt erklärt. Die US-Fastfood-Kette will in diesem Jahr in Europa genauso viel investieren wie auf dem Heimatmarkt – obwohl es hier nur halb so viele Restaurants gibt. «Zurzeit ist Europa die aufregendste Region für uns», sagte Ralph Alvarez, Präsident und Leiter des operativen Geschäfts von McDonald’s, der «Financial Times Deutschland».


Papiere von LSI Logic könnten ebenfalls einen Blick wert sein. Der Chipkonzern Infineon kauft für mindestens 330 Millionen Euro das Mobilfunk-Geschäft des US-Unternehmens. Infineon übernimmt rund 700 Mitarbeiter, aber keine Fertigungsstätten von LSI.


Mit Zahlen stehen unter anderem Target im Blick. Bei dem Einzelhändler wird für das zweite Geschäftsquartal ein Gewinn von 80 Cents je Aktie erwartet. Auch Ölwerte sollten beobachtet werden. Anleger beunruhige, dass der Hurrikan Dean auf Mexiko zuhalte, wo Ölförderanlagen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. (awp/mc/pg)

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