US-Eröffnung: Freundlich – Riesenübernahme im Pharmasektor

Der Dow Jones kletterte im frühen Handel um 1,45 Prozent auf 8.194,49 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 1,95 Prozent auf 848,15 Punkte hinzu. An der NASDAQ arbeitete sich der Composite-Index um 1,75 Prozent auf 1.503,16 Zähler vor. Der NASDAQ 100 stieg um 1,53 Prozent auf 1.193,84 Zähler.


Der Sammelindex der Frühindikatoren war im Dezember überraschend um 0,3 Prozent zum Vormonat geklettert. Das war der erste Anstieg seit Juni 2008. Ökonomen hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,3 Prozent erwartet. Die Verkäufe bestehender Häuser hatten im Dezember ebenfalls überraschend zugelegt. Auf das Jahr hochgerechnet war die Zahl um 6,5 Prozent auf 4,74 Millionen Einheiten geklettert.


Für Aufsehen sorgte vor allem eine der grössten Firmenübernahmen seit Jahren und die bedeutendste seit dem Ausbruch der Finanzkrise: Der weltgrösste Pharmakonzern Pfizer will den Konkurrenten Wyeth für 68 Milliarden US-Dollar (52 Mrd Euro) kaufen. Der Pfizer-Kurs reagierte mit einem deutlichen Abschlag von 8,94 Prozent auf 15,89 Dollar, während Wyeth lediglich um 0,55 Prozent auf 43,98 Dollar zulegten.


Unterdessen stellen sich die US-Automobilzulieferer auf eine weitere Zuspitzung der Lage ein und bereiten sich einem Zeitungsbericht zufolge auf mögliche Insolvenzverfahren vor. Laut «Wall Street Journal» (Montag) verpflichteten eine Reihe von Unternehmen der zweiten Reihe Berater, um die Überlebenschancen der Firmen zu sondieren. Nachdem die beiden grossen US-Autohersteller General Motors (GM) und Chrysler nur noch dank Staatskrediten am Leben erhalten werden und weitere staatliche Hilfen unsicher sind, habe die ehemalige Ford -Tochter Visteon Experten mit der Prüfung eines möglichen Insolvenzverfahrens beauftragt, hiess es weiter. Die Beauftragung bedeute jedoch nicht, dass ein Bankrott direkt bevor stehe. Ein Unternehmenssprecher war der Zeitung gegenüber nicht zu einer Stellungnahme bereit. Die Visteon-Aktie brach dennoch drastisch um mehr als 30 Prozent in der Spitze ein und notierte zuletzt bei 0,18 Dollar um 18,18 Prozent schwächer. Die Titel der ehemaligen Mutter Ford schossen dagegen um 11,67 Prozent auf 2,01 Dollar in die Höhe.


Die Aktien des weltgrössten Baumaschinenherstellers Caterpillar machten mit einem Kurseinbruch von 4,85 Prozent auf 33,93 Dollar von sich reden. Caterpillar rechnet wegen der weltweiten Wirtschaftskrise im laufenden Jahr mit einem deutlichen Umsatzeinbruch und will weltweit 20.000 Stellen streichen. Die Aktien von McDonald’s konnten ihre anfänglichen Verluste abbauen und notierten zuletzt 0,12 Prozent im Plus bei 58,09 Dollar. Die weltgrösste Schnellrestaurantkette hatte 2008 der Finanzkrise getrotzt und deutlich mehr verdient als vor einem Jahr.


Sprint Nextel sorgte mit der Ankündigung, bis zu 8.000 Stellen streichen zu wollen, ebenfalls für Gesprächsstoff. Damit würden beim drittgrössten US-Mobilfunkanbieter etwa 14 Prozent seiner gesamten Belegschaft wegfallen. Die Lohnkosten könnten dadurch um 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr gesenkt werden, teilte Sprint mit. Die Titel kletterten um 1,63 Prozent auf 2,50 Dollar. Der weltgrösste Baumarkt-Betreiber Home Depot streicht angesichts eines Nachfragerückgangs in der Wirtschaftskrise 7.000 Arbeitsplätze. Das entspreche etwa zwei Prozent der Belegschaft, betonte der US-Konzern. Die Aktien gewannen 6,31 Prozent auf 23,09 Dollar hinzu.


Mit positiven Nachrichten könnte der Ölfeldexperte Halliburton aufwarten: Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 468 Millionen Dollar, oder 0,53 Dollar je Aktie. Ohne Einmaleffekte lag der Gewinn hingegen bei 0,82 Dollar je Anteilsschein und war damit höher als von Experten erwartet. Die Papiere kletterten um 6,52 Prozent auf 19,44 Dollar.


Zahlen erwarten die Investoren nach Börsenschluss auch vom weltgrössten Biotechnologiekonzern Amgen. Er schloss das abgelaufene Geschäftsjahr nach Einschätzung von Analysten mit einem Gewinn- und Umsatzplus ab. Neben der Umsatzentwicklung der wichtigen Medikamente gegen Blutarmut wie Aranesp und Epogen steht der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr im Fokus. (awp/mc/ps/29)

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