US-Eröffnung: Gewinne – Warten auf Fed-Zinsentscheid und ‹Bad-Bank›

Spekulationen über die bevorstehende Gründung einer «Bad Bank» seien einer der Gründe für fulminante Kursgewinne bei Banktiteln.


Der Dow Jones stieg im frühen Handel um 1,73 Prozent auf 8.316,03 Zähler, der dritte Tag in Folge mit Gewinnen. Der marktbreite S&P-500-Index legte um 2,21 Prozent auf 864,42 Punkte zu. An der NASDAQ arbeitete sich der Composite-Index um 2,16 Prozent auf 1.537,41 Zähler vor. Der NASDAQ 100 kletterte um 1,93 Prozent auf 1.217,43 Zähler.


Die US-Notenbank wird den Leitzins aller Voraussicht nach in der Nähe der Nulllinie belassen. Experten rechnen nicht mit wesentlich neuen Hinweisen auf die weitere Geldpolitik in den USA. Bereits Mitte Dezember hatte die US-Notenbank den Leitzins auf eine Spanne von Null bis ein Viertel Prozent verringert und damit faktisch auf Null reduziert. Vor Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 hatte die «Fed Funds Rate» noch bei 5,25 Prozent gelegen.


Bankaktien waren die grossen Hingucker. Einerseits beflügelte Händlern zufolge ein Bericht des Fernsehsenders «CNBC», wonach in den USA die Gründung einer «Bad Bank» zum Aufkauf problematischer Hypothekenpapiere unmittelbar bevorstehe. Eine Entscheidung könnte bereits nächste Woche fallen, hiess es. Dies ist zwar nicht neu, sagte ein Börsianer, wirke sich aber dennoch positiv auf die Stimmung des Sektors aus.


Der zweite Grund für die gute Stimmung sei der Zwischenbericht der Grossbank Wells Fargo & . Die Finanzkrise erwischte das Institut im vierten Quartal zwar voll und Wells Fargo rutschte erstmals seit 2001 in die roten Zahlen. Aber die Bank benötigt kein weiteres Kapital vom Staat. Die Aktien sprangen um 21,87 Prozent auf 19,73 US-Dollar nach oben. Citigroup hoben um 20,00 Prozent auf 4,26 Dollar ab, Bank of America legte um 16,46 Prozent auf 7,57 Dollar zu und JPMorgan verteuerten sich um 9,22 Prozent auf 27,37 Dollar.


Der Flugzeug- und Rüstungskonzern Boeing rutschte nach einem wochenlangen Streik zum Jahresende 2008 in die Verlustzone. Unter dem Strich stand im Schlussquartal wegen mehrerer Sonderbelastungen ein Minus von 56 Millionen Dollar. Der Umsatz brach bei dem Konkurrenten des europäischen EADS-Konzerns wegen der Lieferausfälle um 27 Prozent ein. Die Aktie konnte dennoch 2,13 Prozent auf 44,14 Dollar hinzugewinnen.


An der Technologiebörse Nasdaq gehörten die Titel von Yahoo! und Sun Microsystems zu den Spitzenreitern. Bereits am Vorabend hatten sie nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt. Der kriselnde Internet-Konzern Yahoo! stürzte zum Jahresende 2008 durch den Konzernumbau und Abschreibungen auf sein internationales Geschäft in die roten Zahlen. Die Aktien kletterten 8,02 Prozent in die Höhe auf 12,25 Dollar. Auch der Server- und Software-Hersteller Sun hatte 2008 rote Zahlen geschrieben, Experten hatten aber mit einen noch grösseren Verlust befürchtet. Entsprechend konnten die Titel 8,77 Prozent auf 4,34 Dollar zulegen.


Der grösste US-Telekommunikationskonzern AT&T erlitt Ende 2008 wegen der Kosten für einen massiven Stellenabbau einen Gewinneinbruch. Der Überschuss fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 2,4 Milliarden Dollar. Die Aktie gehörte mit einem Abschlag von 4,17 Prozent auf 24,85 Dollar zu der übersichtlichen Zahl der Verlierer.


Der drittgrösste Ölkonzern ConocoPhillips kletterte nach Zahlen um moderate 0,99 Prozent auf 50,00 Dollar nach oben. Das Unternehmen hatte e zwar einen deutlichen Verlust für das vierte Quartal vorgelegt. Da die Zahlen aber nicht noch schlechter als erwartet ausgefallen waren, konnte der Titel hinzugewinnen, sagten Marktteilnehmer. General Dynamics und Praxair legten ebenfalls nach ihren jüngsten Zwischenberichten teilweise deutlich zu. (awp/mc/pg/31)

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