US-Eröffnung: Leicht tiefer – Konjunktursorgen gewinnen Oberwasser

Gegenüber der britischen Zeitung «Daily Mail» sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick, die Weltwirtschaft sei auf dem Wege in die schlimmste Rezession seit 1930.


Zu dem düsteren Bild trugen die jüngsten Konjunkturdaten aus Japan bei. Demnach ist die Wirtschaft im letzten Quartal 2008 so stark geschrumpft wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. In den USA gaben gemischte Daten keine klare Richtung vor. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche überraschend stark. Die Einzelhandelsumsätze im Februar fielen hingegen überraschend moderat. «Es gibt Potenzial für so viele schlechte Nachrichten, dass niemand von ihnen kalt erwischt werden möchte», sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management in New York. «Wahrscheinlich belasten auch die Nachrichten von Freddie Mac den Markt etwas.»


Der US-Leitindex Dow Jones fiel um 0,47 Prozent auf 6.897,90 Zähler zurück. Der marktbreite S&P-500-Index gab 0,40 Prozent auf 718,46 Zähler nach. An der Technologiebörse NASDAQ büsste der Composite-Index 0,70 Prozent auf 1.361,99 Zähler ein. Der NASDAQ 100 ging um 0,66 Prozent auf 1.118,13 Punkte zurück.


Die Aktien von Freddie Mac gaben im frühen Handel 2,38 Prozent 0,41 US-Dollar nach. Der unter staatlicher Kontrolle stehende US-Hypothekenfinanzierer benötigt weitere 30,8 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) aus dem Rettungspaket der US-Regierung. Das Institut begründete den Bedarf an frischem Geld mit Verlusten in Höhe von 23,9 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2008. Bereits im November hatte Freddie Mac vom Staat 13,8 Milliarden Dollar erhalten, um einen 25,3 Milliarden Dollar hohen Verlust im dritten Quartal auszugleichen. Die übrigen Bankenwerte entwickelten sich uneinheitlich: Während Bank of America sich um 5,48 Prozent auf 5,20 Dollar verteuerten, fielen Citigroup um 2,60 Prozent auf 1,50 Dollar zurück.


Aktien des weltgrössten Einzelhändlers Wal-Mart Stores kletterten um 0,78 Prozent auf 47,83 Dollar. Händler verwiesen auf die etwas besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze.


Die Papiere des Autobauers Ford Motor konnten ebenfalls zulegen und notierten zuletzt 1,53 Prozent im Plus bei 1,99 Dollar. Barclays bewertete die Vereinbarung zwischen dem Autobauer und der Gewerkschaft United Auto Workers als einen «weiteren positiven Schritt nach vorne». Dennoch bleiben die Analysten der Aktie gegenüber negativ eingestellt und begründen das mit den schwächeren Umsätzen sowie der steigenden Kapitalvernichtung. Beim Aluminium-Konzern Alcoa sorgten Analystenkommentare hingegen für fallende Kurse. Die Titel gaben 2,60 Prozent auf 5,61 Dollar ab. Die Experten der UBS erhöhten ihre Verlustschätzung für das erste Quartal um knapp das Fünffache auf 0,59 Dollar je Anteilsschein. Auch für das Gesamtjahr gehen die Analysten nun von einem höheren Verlust als bislang gedacht aus.


Aktien von Genentech stiegen um 2,42 Prozent auf 94,27 Dollar. Damit näherten sie sich der angehobenen Offerte von Roche Holding an. Die Schweizer hatten ihr Angebot für die restlichen Papiere von Genentech zuletzt auf 95,00 Dollar je Anteilsschein erhöht und damit die Anteilseigner des US-Konzerns überzeugen können. Analysten bewerteten die Einigung der beiden Konzerne als positiv.


General Electric (GE) stiegen deutlich um 6,48 Prozent auf 9,04 Dollar. Zuvor hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s ihre Bewertung für den Mischkonzern auf AA+ zurückgenommen, den Ausblick aber auf «stabil» belassen. Laut Händlern war mit der Herabstufung gerechnet worden, positiv sei der stabile Ausblick.


Gilead Sciences fielen um 1,93 Prozent auf 43,19 Dollar zurück. Der Konzern hat sich einverstanden erklärt, Cv Therapeutics Inc für etwa 1,4 Milliarden Dollar zu übernehmen. Damit überbot Gilead die Offerte des japanischen Konkurrenten Astellas Pharma. Cv Therapeutics schossen um mehr als 27 Prozent auf 20,36 Dollar in die Höhe. (awp/mc/pg/27)

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