US-Eröffnung: Schwächer – Warten auf Start der Berichtssaison

Der NASDAQ 100 verlor 0,82 Prozent auf 1.212,95 Zähler. Vor dem Start in die US-Berichtssaison – die am Abend traditionell von dem Aluminiumriesen Alcoa eingeläutet wird – hielten sich die Anleger zurück, sagten Börsianer. Am Markt werde allgemein befürchtet, dass die Quartalszahlen eine Verschärfung der Rezession andeuten könnten. Andererseits wird der Markt Händlern zufolge von Hoffnungen gestützt, dass der künftige US-Präsident Barack Obama schnell über die zweite Rate des Rettungspakets für den Finanzsektor verfügen wird. Laut «Washington Post» haben Obama-Unterhändler bereits mit dem Kongress über die Bewilligung der 350-Milliarden-Dollar-Rate gesprochen.


Finanzwerte stehen laut Händlern weiter im Fokus. Ein Hauptthema sei die Spekulation um eine Kooperation der angeschlagenen US-Grossbank Citigroup mit der ehemaligen Investmentbank Morgan Stanley. Nach Angaben aus Kreisen kamen sich die Banken bei der Zusammenlegung des Handelsgeschäfts näher. Das Gemeinschaftsunternehmen solle unter Führung von Morgan Stanley stehen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Dafür erhalte die Citigroup 2,5 bis 3 Milliarden Dollar. Zudem könnte die Citigroup durch eine Neubewertung ihres Handelsgeschäfts 5 bis 6 Milliarden Dollar Kapital nach Steuern generieren, hiess es. Citigroup-Aktien rutschten als zweitschwächster Dow-Wert um 7,85 Prozent auf 6,22 Dollar ab, während die Titel von Morgan Stanley 6,03 Prozent auf 20,21 Dollar zulegten.


Papiere der Bank of America verbilligten sich nach einem negativen Analystenkommentar um 5,39 Prozent auf 12,29 Dollar. Analyst Keith Horowitz von der Citigroup hat seine Gewinnschätzung für das Institut im vierten Quartal zurückgenommen und erwartet nun einen Verlust. Die Quartalsdividende könnte die Bank um 84 Prozent zusammenstreichen und zudem müssten Investoren in den kommenden Jahren mit eine Kapitalerhöhung rechnen.


Alcoa standen vor der Veröffentlichung ihrer Zahlen mit minus 8,23 Prozent auf 9,92 Dollar am Dow-Ende. Einem Börsianer zufolge dürften die Flüsterschätzungen allerdings bereits deutlich unter den aktuellen Prognosen von 0,05 Dollar Verlust je Aktie liegen und nach der Warnung in der Vorwoche sei das negative Überraschungspotenzial gering. Unterdessen stufte die Deutsche Bank das Papier von «Hold» auf «Sell» ab und nahm das Kursziel von 10,00 auf 8,00 Dollar zurück. Die gesunkenen Aluminiumpreise und die jüngsten Produktionskürzungen dürften kurzfristig zu deutlichen Verlusten bei dem Rohstoffkonzern führen, schreibt Analyst Jorge Beristain.


Bei den Nebenwerten schossen Advanced Medical Optics mit plus 144,75 Prozent auf 21,66 Dollar nach oben. Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories will den Augenheilkunde-Spezialisten übernehmen und lässt sich dies 2,8 Milliarden Dollar kosten. Titel des Pharmakonzerns Abbott verloren 0,86 Prozent auf 50,73 Dollar. (awp/mc/ps/28)

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