US-Eröffnung: Uneinheitlich – Yahoo!-Übernahme geplatzt – Daten positiv

Die Übernahmeverhandlungen hätten zuvor den Optimismus unter den Anlegern hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage in den USA angefeuert. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten brachten Börsianern zufolge jedoch zuletzt etwas Auftrieb. In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im April überraschend aufgehellt. Für den Dow Jones ging es um 0,23 Prozent auf 13.028,81 Zähler nach unten. Der marktbreite S&P-500-Index stand hingegen mit 0,10 Prozent auf 1.415,26 Zähler im Plus. An der Technologiebörse Nasdaq legte der Composite-Index um 0,36 Prozent auf 2.485,90 Punkte zu. Der NASDAQ 100 stieg um 0,52 Prozent auf 1.992,19 Punkte.


Aktien von Yahoo! rutschten um 16,88 Prozent auf 23,83 US-Dollar ab, nachdem der Softwarekonzern Microsoft am Wochenende sein milliardenschweres Übernahmeangebot zurückgezogen hatte. Microsoft hatte zuletzt 33 Dollar je Yahoo!-Aktie geboten, Yahoo! verlangte allerdings dem Softwarekonzern zufolge 37 Dollar. Lachender Dritter könnte nun Google sein. Yahoo! hatte bereits während der Verhandlungen mit Microsoft parallel mit dem Internetkonzern verhandelt. Die Papiere von Google rückten um 2,01 Prozent auf 593,00 Dollar vor, für Microsoft-Titel ging es um 2,26 Prozent auf 29,90 Dollar nach oben.


Börsianer begrüssten indes, dass Microsoft seine Übernahmepläne aufgebe. Citigroup-Analyst Brent Thill zufolge etwa ist der Schritt kurzfristig ein Gewinn für die Aktionäre, da damit die Aufmerksamkeit von Investoren zurück auf den starken Produktzyklus des Unternehmens geleitet werde. Walter Pritchard von Cowen & Co. geht unterdessen nicht davon aus, dass der Rückzug von Microsoft reine Verhandlungstaktik ist. Zusätzliches Personal, die Übernahme von kleineren aber innovativeren Internet-Unternehmen und ein aggressiveres Vorgehen bei Werbeverträgen hält Pritchard für eine bessere Strategie als den Kauf von Yahoo!.


Papiere von Sprint Nextel sprangen um 7,73 Prozent auf 8,50 Dollar hoch. Die Deutsche Telekom erwägt nach einem Bericht des Magazins «Der Spiegel» eine Übernahme des drittgrössten US-Mobilfunkanbieters oder zumindest eine Beteiligung. Branchenkreisen zufolge hat die Telekom bereits erste Gespräche mit Sprint Nextel geführt. Es habe einen Kontakt von Vertretern des Bonner Konzerns mit dem US-Mobilfunkkonzern gegeben, verlautete am Montag aus dem Umfeld der Unternehmen. Ob es zu einem Übernahmeangebot komme, sei aber noch völlig offen. Seit Mitte März wird immer wieder über eine Übernahme von Sprint Nextel spekuliert. Hintergrund ist der massive Einbruch der Aktie, deren Wert sich innerhalb eines Jahres um zwei Drittel reduzierte. Sprecher von Telekom und Sprint äusserten sich nicht dazu. Telekom-Aktien verloren am DAX-Ende 1,70 Prozent auf 11,59 Euro.


Marvel-Papiere schossen nach überraschend guten Quartalszahlen um 6,35 Prozent auf 32,17 US-Dollar in die Höhe. Der Spielwaren-Hersteller hatte im ersten Quartal mit seinem Gewinn die durchschnittlichen Marktschätzungen übertroffen. Auch der Umsatz fiel höher als erwartet aus.


Countrywide-Financial-Aktien brachen dagegen um 11,54 Prozent auf 5,29 Dollar ein. Ein Analyst von Friedman, Billings, Ramsey & Co. hatte zuvor in einem Kommentar der Bank of America von der Übernahme des Hypothekenverleihers abgeraten. Nach Meinung des Experten dürfte die US-Bank den Kaufpreis neu verhandeln und danach nicht mehr als zwei Dollar zahlen. Die Bank of America müsse bei der Übernahme mit Abschreibungen in Höhe von 20 bis 30 Milliarden US-Dollar rechnen, so der Analyst. Er senkte seine Bewertung von «Market Perform» auf «Underperform» und reduzierte das Kursziel von 7,00 auf 2,00 US-Dollar. Bank of America-Titel fielen um 1,48 Prozent auf 39,20 Dollar.


Papiere von American Capital Strategies sanken nach einem negativen Analystenkommentar um 6,84 Prozent auf 29,82 US-Dollar. Die UBS hatte die Titel von «Neutral» auf «Sell» und das Kursziel von 34 auf 28 Dollar gesenkt. Die Anwendung des Bilanzierungsstandards FAS 157 dürfte einen spürbaren Einfluss auf die Bewertung des Unternehmens haben, schrieben die Experten. Damit sei der Nettovermögenswert des Unternehmens grösseren Risiken ausgesetzt als der von anderen Unternehmen in der Branche. (awp/mc/ps)

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