US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe geklettert – Wirtschaft wächst

Die Zahl sei um 9.000 auf 334.000 gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 322.000 Anträgen gerechnet. Im aussagekräftigeren Vierwochendurchschnitt erhöhte sich die Zahl der Erstanträge um 6.250 auf 324.500.


Wachstum legt im 2. Quartal zu
Das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten hat im zweiten Quartal einen Schub erhalten und ist merklich stärker ausgefallen als im Vorquartal. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der grössten Volkswirtschaft der Welt ist nach Angaben des US-Handelsministeriums im zweiten Vierteljahr annualisiert um 4,0 Prozent gewachsen, nach lediglich 0,6 Prozent im ersten Quartal. Damit revidierte das Ministerium seine Erstschätzung für das zweite Quartal von 3,4 Prozent deutlich nach oben. Experten hatten indes ein noch etwas höheres Wachstum von 4,1 Prozent erwartet.

Weniger Importe, mehr Exporte
Das Wachstum im zweiten Quartal wurde von mehreren Faktoren begünstigt. So sanken die US-Importe, während die Exporte anstiegen. Auch die Staatsausgaben legten im zweiten Quartal zu, ebenso wie die Lagerbestände der Unternehmen. Die Konsumausgaben, die für zwei Drittel des Wachstums verantwortlich sind, stiegen indes mit 1,4 Prozent deutlich schwächer als im Vorquartal, als sie noch um 3,7 Prozent zulegten. Die Kernrate des Verbraucherpreisindex (PCE) erhöhte sich mit 1,3 Prozent deutlich schwächer als im Vorquartal. Die Kernrate des PCE wird von der US-Notenbank besonders beachtet.

«Belebung nicht nachhaltig»
Trotz des wieder stärkeren Wachstums zeigten sich Experten mit Blick auf die Wachstumsaussichten der USA verhalten. So sieht die Commerzbank in den Zahlen keine nachhaltige Belebung der US-Konjunktur. Vielmehr dürfte der Wachstumsschub eine «technische Gegenbewegung» auf die schwachen Wachstumsdaten des ersten Quartals sein. Laut der UniCredit wird sich das US-Wachstum im weiteren Jahresverlauf deutlich abschwächen. Belastend wirke vor allem der nach wie vor schwache US-Häusermarkt. Konjunkturdämpfend dürften zudem schwächere Konsumausgaben und das weiter wachsende US-Handelsdefizit wirken.

DekaBank senkt Wachstumsprognose deutlich
Unterdessen hat die DekaBank ihre Wachstumsprognose für die USA deutlich nach unten revidiert. Für 2007 rechnet die Bank nunmehr mit einem Wachstum von 2,0 Prozent, nach bislang 2,5 Prozent. Für das kommende Jahr veranschlagen die Experten 2,7 Prozent, nach bisher 3,1 Prozent. Hauptgrund für die Abwärtskorrektur ist die Revision der Wachstumsdaten für die Vergangenheit durch das Ministerium. Auch die jüngsten Finanzmarktturbulenzen dürften zu verschärften Kreditbedingungen führen. Dies werde die Investitionsdynamik dämpfen und über den Arbeitsmarkt letztlich den privaten Konsum belasten.

Verhaltene Reaktionen an Finanzmärkten
Die Reaktion an den Finanzmärkten auf die US-Daten war verhalten. Der Kurs des Euro legte nach den Zahlen leicht von 1,3609 US-Dollar auf 1,3625 Dollar zu. Der für den Rentenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future zeigte sich nahezu unverändert. Auch am deutschen Aktienmarkt sorgten die Wachstumszahlen nur für geringfügige Bewegung. (awp/mc/ar)

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